05.12.2016
Aufbau für die Zukunft

Der BMW-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Manfred Schoch drängt mit Blick auf den Wandel zur Elektromobilität weiter auf eine eigene Batteriezellenfertigung. Gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" warnte er vor den Folgen eines weitgehend entfallenden Motorenbaus: "Um das auszugleichen, müssen wir Batterien und Batteriezellen selbst fertigen."

Manfred Schoch auf der Automobilkonferenz der IG Metall Bayern im November.

In der "Süddeutschen Zeitung" vom 5. Dezember erklärte Schoch: "Ich glaube nicht, dass wir täglich zweieinhalb Tausend Tonnen Batteriezellen per Container und just-in-time aus Korea kommen lassen können." Ab einer gewissen Größenordnung lohnt sich darum aus seiner Sicht die Eigenfertigung. Der BMW-Vorstandsvorsitzende Harald Krüger hatte zuvor angekündigt, BMW wolle bereits im kommenden Jahr 100.000 Hybrid- und Elektrofahrzeuge verkaufen.

Schoch unterstreicht mit seinen Ausführungen eine Forderung, welche die IG Metall Bayern und die Betriebsräte zahlreicher Hersteller- und Zulieferunternehmen auf der Automobilkonferenz der IG Metall Bayern Mitte November gestellt hatten (siehe zum selben Thema).

Die Fertigung von Batterien und Batteriezellen in Deutschland beziehungsweise Bayern ist nach ihrer einhelligen Überzeugung eine zentrale Voraussetzung, um technologisch und beschäftigungspolitisch nicht ins Hintertreffen zu geraten. IG Metall-Bezirksleiter hatte im Vorfeld der Konferenz ohne Umschweife erklärt: "Davon hängt die Zukunft der bayerischen Automobilindustrie ab."

Zurückhaltend gibt sich Schoch gegenüber dem Ansatz, für die Produktion der Batterien gemeinsame Kapazitäten aller Hersteller zu schaffen: "Wir wollen nicht den Verkehr noch zusätzlich belasten, indem wir Batterien quer durch Deutschland spazieren fahren."

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