18.11.2016
Tarifverhandlungen bei Nokia gescheitert

Nokia hat die Verhandlungen über einen bundesweiten Sozial- und Zukunftstarifvertrag nach zwei Monaten und sieben Verhandlungsrunden völlig überraschend abgebrochen. Die Begründung: Man wolle keinerlei Zusagen für eine Standort- und Beschäftigungssicherung in Deutschland machen - anders als zum Beispiel in Frankreich.

Seit Jahren das selbe Bild: Protest gegen die endlose Abbauschleife bei Nokia.

Auch die Zahl des angekündigten Mitarbeiterabbaus in Höhe von insgesamt 1.400 Mitarbeitern in Deutschland könne nicht reduziert werden. Diesen Personalabbau wolle man nach Verhandlungen mit den Betriebsräten nun ohne Bekenntnis zur Zukunft in Deutschland zügig umsetzen, erklärte Nokia in München.

Für den überwiegend aus der ehemaligen Siemens-Netzwerksparte hervorgegangenen Bereich hatte Nokia im Mai bei der Übernahme von Alcatel-Lucent einen Personalabbau von ca. 30 Prozent der Belegschaft in Deutschland sowie Betriebsschließungen in Düsseldorf und Berlin angekündigt. Die IG Metall hatte daraufhin angeboten, in Verhandlungen über einen Sozial- und Zukunftstarifvertrag einzusteigen. Für die Beschäftigten bedeutete dies einen weiteren Tiefpunkt in einer schier endlosen Reihe aus Umstrukturierungen, Abbau und Auseinandersetzungen.

Fassungslosigkeit auf der Arbeitnehmerseite

Dr. Martin Kimmich, zuständiger Unternehmensbetreuer und 2. Bevollmächtigter der IG Metall München, kritisiert die Verantwortungslosigkeit des Managements: "Wer auch nach einem sozialverträglichen Personalabbau Probleme hat, eine Zusage für die Zukunft der verbliebenen Beschäftigten abzugeben, führt offenbar Schlimmeres im Schilde. Das aktuelle Management reiht sich damit in die traurige Historie arbeitsplatzvernichtender Maßnahmen von Nokia in Deutschland ein."

Die IG Metall befürchtet nun den Ausverkauf der noch verbliebenen knapp 4.000 Arbeitsplätze an den deutschen Standorten von Nokia sowie ehemals Alcatel-Lucent.

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