14.11.2016
Osram: allein gut aufgestellt

Der bayerische IG Metall-Bezirksleiter Jürgen Wechsler hat in einem Interview nachdrücklich Zweifel an der Notwendigkeit eines Investoreneinstiegs bei der Osram AG geäußert. Das Unternehmen hat aus Sicht der IG Metall langfristig die besten Chancen auf nachhaltigen Erfolg in der Eigenständigkeit.

Gegenüber dem Nachrichtendienst Dow Jones betonte Wechsler, eine potenzielle Übernahme sei im Sinne aller beteiligten Interessengruppen einschließlich derer der Arbeitnehmer zu analysieren. Grundsätzlich steht die IG Metall für die Eigenständigkeit Osrams und gegen den Einstieg eines Mehrheitseigners: "Aufgrund der Risiken einer Übernahme und möglichen negativen Folgen für die Mitarbeiter werden wir uns einem Übernahmeversuch vehement widersetzen."

Im Zusammenhang mit Osram wird seit längerem über eine mögliche Übernahme spekuliert, wobei an erster Stelle von chinesischen Investoren die Rede ist. Ein Kritikpunkt an diesem Szenario ist die Befürchtung, dass sich das Interesse vor allem auf technologisches Knowhow und die entsprechenden Patente konzentriert, wie Wechsler bestätigte: "Eine Übernahme birgt erhebliche Risiken eines Abflusses von kritischem Knowhow und dem Abbruch wichtiger Projekte durch Kunden. Davon wären besonders deutsche Standorte betroffen."

Tatsächlich ist Osram aktuell strategisch sehr gut am Markt positioniert und verfügt über eine solide Kapitalstruktur, gutes Wachstumspotenzial und vielversprechende Zukunftsprojekte. Der Aktienkurs hat sich seit dem Börsengang mehr als verdoppelt, sodass die aktuellen Aktionäre, darunter Siemens mit einem Anteil von über 17 Prozent, mögliche Veräußerungsinteressen auch an der Börse realisieren könnten.


» Osram-Pressemitteilung zum Geschäftsjahr 2016

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