11.11.2016
IG Metall regelt die Arbeitsbedingungen in der Kontraktlogistik

(Pressedienst 48 / 11. November 2016: Gewerkschaft schließt Tarifvertrag mit Imperial im neuen BMW-Verteilzentrum) Die IG Metall hat mit dem Kontraktlogistiker Imperial Logistics International im neuen BMW-Verteilzentrum in Wallersdorf bei Dingolfing einen Firmentarifvertrag abgeschlossen.

Für die geplanten 600 Mitarbeiter bringt dieser Tarifvertrag etliche Vorteile gegenüber den in der Logistikbranche sonst üblichen Bedingungen in punkto Entgelt, Zuschläge, Eingruppierung, Arbeitszeit und Anbindung an Tariferhöhungen. Auch die Leiharbeiter profitieren. „Damit wirken wir der Tarifanarchie in dieser Branche entgegen“, sagte IG-Metall-Bezirksleiter Jürgen Wechsler heute am Rande der Automobilkonferenz der IG Metall Bayern in Nürnberg.

BMW hatte sein neues Verteilzentrum in Wallersdorf Mitte Oktober offiziell eröffnet. Ab Dezember übernehmen dort die Logistikdienstleister Imperial und Kühne + Nagel den Betrieb. Nach dem Kontraktlogistiker Schnellecke in Dingolfing zu Jahresbeginn ist es der IG Metall nun also gelungen, einen zweiten BMW-Logistiker in die Tarifbindung zu holen.

Robert Grashei, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Landshut, richtet den Blick nach vorn: „Mit dieser Vereinbarung senden wir auch ein Signal an die anderen Kontraktlogistiker an diesem und an anderen Standorten.“

Thomas Zitzelsberger, Betriebsrat und Leiter des IG Metall-Vertrauenskörpers bei BMW Dingolfing, ergänzt: „Es ist wichtig, dass die Beschäftigten auf dem BMW-Gelände gleich behandelt werden. Wir wollen keine Mehr-Klassen-Gesellschaft bei den Beschäftigten.“

IG Metall, Betriebsrat und die Imperial-Beschäftigten konnten sich bei ihren Bestrebungen auf ein „Memorandum of Understanding“ zwischen BMW-Vorstand und Gesamtbetriebsrat stützen. „Für Neuausschreibungen von Werkverträgen gilt demnach, dass Kontraktlogistiker auf dem Werksgelände einen Tarifvertrag mit der IG Metall haben müssen“, erläutert Wechsler.

Auch eine Vereinbarung zwischen der IG Metall und ver.di vom Jahresbeginn sorgt für Klarheit in der Logistikbranche. Wenn ein Logistikdienstleister auf dem Werksgelände angesiedelt ist oder seine Dienstleistungen fast ausschließlich für nur einen Kunden durchführt, ist die IG Metall zuständig.

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