09.11.2016
IG Metall macht sich für Batteriezellenfabrik in Bayern stark

(Pressedienst 46 / 09. November 2016: Wechsler: „Davon hängt die Zukunft der bayerischen Automobilindustrie ab“) Die IG Metall Bayern macht sich für eine Batteriezellenfertigung für E-Autos in Bayern stark. „Wir können und müssen in Bayern autonom Batteriezellen entwickeln und produzieren. Davon hängt die Zukunft der bayerischen Automobilindustrie ab“, sagt IG Metall-Bezirksleiter Jürgen Wechsler einen Tag vor der Automobilkonferenz der IG Metall Bayern in Nürnberg.

Wechsler weiter: „Wir sind optimistisch, dass die bayerischen Unternehmen in der Lage sind, gemeinsam eine eigene Batteriezellenfertigung auf die Beine zu stellen. Die Staatsregierung muss nun die Rahmenbedingungen schaffen, und alle Betriebe sind gefordert sich einzubringen.“ Von den Unternehmen der Automobilindustrie erwartet die IG Metall, dass ihnen der Wandel zur Elektromobilität mit zukunftsträchtigen Produkten gelingt. Dazu gehören auch Investitionen in eine Batteriezellenfertigung. „Und die Unternehmen müssen gemeinsam mit den Gewerkschaften und Betriebsräten Strategien entwickeln, wie die Beschäftigung in dieses neue Zeitalter der Autoindustrie überführt werden kann“, sagt Wechsler.

Nach Einschätzung der IG Metall ist die Batteriezellenfertigung eine Kerntechnologie der Elektromobilität. „E-Mobilität und Brennstoffzelle werden langfristig den Verbrennungsmotor ablösen. In Bayern hängen über 500.000 Arbeitsplätze direkt und indirekt am Autobau. Diese Beschäftigung können wir nur annähernd halten, wenn Bayern bei der E-Mobilität in eine Führungsposition kommt. Und das geht nur mit einer eigenen Batteriezellenfertigung“, so Wechsler.

Ohne eigene Batteriezellenfertigung wären die bayerischen Autobauer stets abhängig von Zulieferern. Eine eigene Produktion hätte zudem die Vorteile, die Kosten selbst im Griff zu haben und die Oberhand über Eigenschaften wie Leistung, Sicherheit und Reichweite zu behalten.

Eine weitere Bedingung für die erfolgreiche Umsetzung der E-Mobilität ist die flächendeckende Ausstattung mit Ladestationen. „Es ist die Aufgabe des Staates, für diese Ladeinfrastruktur zu sorgen“, sagt Wechsler.

Insgesamt ist die Staatsregierung gefordert, diesen bedeutsamen industriellen Umbruch zu gestalten statt ihm zuzuschauen. Wechsler: „Es geht um Hunderttausende Beschäftigte. Die Staatsregierung muss mit einer aktiven Industriepolitik für einen geordneten Strukturwandel sorgen.“

Über diese und weitere Aspekte der Zukunft der Automobilindustrie diskutieren bei der Automobilkonferenz der IG Metall Bayern am 10. und 11. November 2016 in Nürnberg Betriebsräte mit Vertretern aus Unternehmen, Politik und Verbänden.

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