18.10.2016
Behagliches Entgeltpolster

Die Vorstände der Dax-Firmen verdienen durchschnittlich das 57-fache der "normalen" Beschäftigten in den entsprechenden Unternehmen. Um diese immense Distanz zumindest ein Stück weit zu überbrücken, empfehlen Experten wirksame Transparenzvorschriften im Deutschen Corporate Governance Kodex.

Wie die Hans Böckler-Stiftung in ihrem "Mitbestimmungsreport" vom Oktober 2016 meldet, erstreckt sich die Bandbreite in den einzelnen Dax-Unternehmen vom 17- bis zum 141-fachen der Durchschnittsgehälter.

Die Forderung nach mehr Transparenz hinsichtlich der Entgelte in den Chefetagen entspringt nicht etwa einer "Neiddebatte", wie dies oft behauptet wird - niemand bestreitet grundsätzlich, dass die beachtliche Leistung und Verantwortung der Führung eines großen Konzern angemessen vergütet werden muss. Die entscheidende Frage ist jedoch, wie hoch der Abstand zwischen durchschnittlichen Beschäftigten und ihrem Vorstand sein sollte.

Der Deutsche Corporate Governance Kodex spricht in diesem Zusammenhang seit 2013 von der sogenannten "Manager to Worker Pay Ratio". Deutsche Unternehmen sind nicht verpflichtet, diesen Wert zu veröffentlichen. Die Autorinnen der Hans Böckler-Stiftung haben daher auf vorhandene Zahlen der Dax-Firmen zurückgegriffen, um die entsprechenden Werte zu ermitteln. Das Ergebnis: Der Abstand zwischen Top-Managern und ihren Beschäftigten ist in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen.

Auf fruchtbaren Boden ist Forderung nach mehr Transparenz in den USA gefallen, wo die Manager to Worker Pay Ratio ab dem kommenden Jahr veröffentlichungspflichtig ist. Hintergrund sind Exzesse, wie sie in Europa zumindest derzeit noch kaum vorstellbar sind: Vorstandsvorsitzende verdienen dort im Durchschnitt das 335-fache ihrer Arbeiter und Angestellten.

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