01.09.2016
Ideensuche statt Plattmachen

Im Bosch-Konzern gärt es: Nicht nur bei der Tochter Rexroth stehen Arbeitsplätze auf der Abschussliste, sondern auch anderenorts. In Homburg gingen am 31. August über 3.500 auf die Straße, um Initiative, Kreativität und unternehmerische Verantwortung einzufordern. Auch aus Bayern waren Delegationen angereist.

3.500+ in Homburg.

Lohr-Plakat links oben :-)

Gegen den Druck im Bosch-Konzern

Rund 3.000 der Teilnehmerinnnen und Teilnehmer an der Kundgebung vor dem Homburger Bosch-Werk waren Bosch-Beschäftigte, die übrigen 500 stammten aus anderen Betrieben. Manche Delegationen waren über Hunderte von Kilometern angereist; dabei waren unter anderem Kolleg_innen von Bosch Rexroth in Lohr, wo die Belegschaft selbst massivem Abbaudruck ausgesetzt ist (siehe Keine Einigung bei Bosch Rexroth in Lohr).

Die Liste der Redner reichte von den örtlichen Betriebsratsvorsitzenden bei Bosch, Rexroth und Bosch Emission Systems GmbH (BESG) über die Saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger und den Homburger Bürgermeister Rüdiger Schneidewind bis zum Konzernbetriebsratsvorsitzenden Alfred Löckle. Unter dem Beifall der Menschenmenge kritisierten sie einhellig das Vorgehen der Manager bei Bosch und den Konzerntöchtern. Viele Beschäftigte haben mittlerweile den Eindruck, dass die Arbeitgeberseite in manchen Fällen selbst dann nicht an Kompromissen und Alternativen interessiert ist, wenn sie wirtschaftlich und technisch jeder Überprüfung standhalten.

Warnung vor dem Scheitern

Andrea Fehrmann, Unternehmensbeauftragte der IG Metall für Bosch Rexroth und stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende, forderte endlich erkennbare Bewegung bei den Verhandlungen über die Zukunft des Standorts Homburg. In diesem Zusammenhang warnte sie eindringlich davor, wie bei der Gießerei in Lohr auch hier jeden alternativen Lösungsansatz abzulehnen und den Dialog zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite am Ende scheitern zu lassen.

Initiative und Kreativität

Jörg Köhlinger, Bezirksleiter des IG Metall Bezirks Mitte, erinnerte an die Leitlinen von Bosch, nach denen unter anderem eine Unternehmenskultur herrschen soll, in der jeder Mitarbeiter Wertschätzung erfährt und dazu motiviert wird, sein Potenzial vollständig auszuschöpfen: "Und genau das fordern wir jetzt ein! Nicht Plattmachen darf die Devise sein, sondern Ideensuche und unternehmerische Verantwortung, Initiative und Kreativität."


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