20.07.2016
Siemens-Beschäftigte senden klares Signal gegen Abbau und Verlagerung

(Pressedienst 42/2016: Aktionstag „Siemens bleibt in Bayern“) Tausende bayerische Siemens-Beschäftigte haben mit einem Aktionstag am 20. Juli gegen drohenden Arbeitsplatzabbau und für den Erhalt von industrieller Wertschöpfung an den Siemens-Standorten in Deutschland demonstriert.

Die IG Metall Bayern hatte zu dem Aktionstag und den Kundgebungen an den drei von Verlagerung und Stellenabbau bedrohten Standorten der Sparte Process Industries and Drives (PD) in Bad Neustadt, Nürnberg und Ruhstorf aufgerufen. Massive Unterstützung erhielten die insgesamt über 4.600 Teilnehmer aus den betroffenen Regionen sowie von Delegationen anderer Siemens-Betriebe und eine Flut von Solidaritätsbekundungen aus Siemens-Standorten in ganz Deutschland.

Siemens hatte Anfang März angekündigt, rund 2.000 Arbeitsplätze aus der PD-Sparte in Bayern zu streichen, rund die Hälfte davon soll ins Ausland verlagert werden. Jürgen Wechsler, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, nahm an den Kundgebungen in Nürnberg und Bad Neustadt teil. In Ruhstorf sprachen unter anderem Birgit Steinborn, Gesamtbetriebsratsvorsitzende und stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Siemens AG, sowie Reinhard Hahn, Unternehmensbetreuer der IG Metall und ebenfalls Aufsichtsratsmitglied.

Wechsler bewertete den Aktionstag als vollen Erfolg: „Wir haben heute gleich zwei wichtige Botschaften an den Vorstand der Siemens AG gesendet. Zum einen stellen wir uns weiter mit aller Kraft gegen den geplanten Abbau und die Verlagerungen an den drei akut betroffenen PD-Standorten von Siemens; zum anderen weisen wir nachdrücklich auf eine gefährliche Fehlentwicklung hin, nämlich dass der Siemens-Vorstand im Zuge von Verlagerungen von industrieller Wertschöpfung ins Ausland eine zunehmende Verflachung der Fertigungstiefe an den Heimat-Standorten in Deutschland vorantreibt. Die Konsequenzen sind für die Beschäftigung und die industrielle Struktur von Siemens in Deutschland verheerend - wenn erst einmal die Produktion raus ist, folgen bald Service und Vertrieb, und schließlich die Entwicklung.“

Wechsler forderte Siemens‘ Vorstand auf, diese riskante Entwicklung zu beenden und umzukehren: „Es ist ein fataler Irrglaube, man könne auf Dauer den technologischen Vorsprung und die Wettbewerbsstärke halten und ausbauen, wenn entscheidende Glieder der Wertschöpfungskette, z.B. Fertigung und Montage, voneinander getrennt und willkürlich verstreut werden. Auch diese Kette ist immer nur so stark wie ihr schwächstes Glied, und deswegen muss sie in ihrer Gesamtheit bestehen bleiben.“

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