12.07.2016
Wem gehört die (Urlaubs-)Zeit?

Zur aktuellen Debatte um die Arbeitszeit gehört auch das Thema Urlaub: Vier Wochen pro Jahr legt das Gesetz fest, sechs die meisten Tarifverträge. Das Ziel, nämlich die Erholung von der Arbeit, wird allerdings immer öfter verfehlt. Nach einer Auswertung des DGB-Index "Gute Arbeit" lässt jede/r dritte Beschäftigte zugunsten der Arbeit Urlaubstage verfallen.

... so sollte es eigentlich sein.

Je mehr man sowieso schon arbeitet, desto höher ist der Druck zum Verzicht (Grafik: DGB-Index gute Arbeit).

Urlaub ist nicht einfach bloß die schönste Zeit des Jahres, sondern erfüllt eine wichtige Funktion - die physische und psychische Erholung von den Belastungen des Arbeitsalltags. Dies liegt nicht nur im Interesse jedes Beschäftigten, sondern hat auch betriebs- und volkswirtschaftlichen Nutzen, denn schließlich geht es letztlich auch um die Vermeidung krankheitsbedingter Ausfälle.

Kranke Logik

Umso unverständlicher scheint auf den ersten Blick, dass die Praxis mehr oder minder freiwilligen Urlaubsverzichts bei rund einem Drittel der Arbeitnehmer_innen vorkommt. Dennoch folgt es einer gewissen unguten Logik, dass ausgerechnet diejenigen besonders betroffen sind, die ohnehin unter überdurchschnittlicher hoher Arbeitsbelastung leiden; das selbe gilt für Menschen, die mit Sorgen um einen möglichen Arbeitsplatzverlust konfrontiert sind. Gerade wer also eigentlich besonders auf Erholung angewiesen ist, um Gesundheit und Wohlbefinden zu erhalten, wird durch die Umstände zum Verzicht gezwungen.


» Vollständige Auswertung zum Download auf den Seiten des DGB (PDF, 1 MB)

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