21.04.2016
IG Metall Bayern mahnt Siemens zum Erhalt zukunftsfähiger Wertschöpfung

(Pressedienst 18/2016: Restrukturierungspläne und Joint Venture mit Valeo) Die IG Metall Bayern unterstreicht vor dem Hintergrund der Pläne für Verlagerung und Stellenabbau im Bereich Process Industries and Drives sowie des beabsichtigten Joint Ventures mit Valeo für Elektroantriebe ihre Aufforderung an Siemens, die heimischen Produktionsstandorte nicht zu schwächen.

Bezirksleiter Jürgen Wechsler erklärte dazu: „Ein Joint Venture im Bereich der E-Mobilität eröffnet Möglichkeiten, in einem Zukunftsmarkt mit großen Chancen besser Fuß zu fassen. Voraussetzung dafür ist aber der Wille, langfristig Ressourcen zu investieren. Siemens muss die Standorte samt ihrer Beschäftigung erhalten oder besser noch ausbauen. Was wir für Nürnberg, Ruhstorf und Bad Neustadt in der Division PD fordern, gilt also angesichts des Zusammengehens von eCar mit Valeo erst recht: Keine Verlagerungen, kein Abbau von Arbeitsplätzen.“

Die Auswirkungen des geplanten Gemeinschaftsunternehmens auf die Standorte und Beschäftigten der Business Unit eCar sind noch unklar. Zwar soll die zukünftige Zentrale in Erlangen liegen, wo bereits der Sitz von eCar ist. Die Ankündigung beispielsweise „maßgeblicher Synergieeffekte in der Produktion und Beschaffung“ wirft jedoch auch Fragen hinsichtlich der Zukunft einer langfristigen Produktion in Deutschland auf. Unter anderem am Fertigungsstandort Bad Neustadt, der bereits von den aktuellen Abbau- und Verlagerungsplänen im Bereich der Großelektromotoren betroffen ist, erhöht dies die Unsicherheit. Ein vergleichsweise kurzer Bestandsschutz über drei Jahre kann entsprechende Befürchtungen kaum abmildern.

Siemens hat in der Vergangenheit wiederholt den Weg über Joint Ventures gewählt, um sich schrittweise von ungeliebten Geschäften zu lösen. Ein Beispiel ist Nokia Siemens Networks, das später komplett von Nokia übernommen wurde und derzeit als Nokia Networks erneut 1.400 Stellen abbaut. Wechsler fasst zusammen: „Wir warnen Siemens nachdrücklich davor, seine Fertigung in Bayern und Deutschland auf Umwegen häppchenweise immer weiter auszudünnen. Eine zukunftsfähige Aufstellung bildet die gesamte Wertschöpfungskette von der Forschung über die Produktion bis zum Service auch im Heimatmarkt ab. Das gilt für alle Bereiche, und ganz besonders für eine Zukunftstechnik wie E-Mobilität.“

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