21.04.2016
Beschäftigte empfinden Wut und Empörung

(Pressedienst 19/2016: IG Metall Bayern: Tarifkommission fordert ernsthaftes, verhandelbares Angebot) Die Tarifkommission der IG Metall für die bayerische Metall- und Elektroindustrie hat in ihrer heutigen Sitzung in Bad Gögging beschlossen, massive Warnstreiks ab 29. April 2016, Null-Uhr vorzubereiten.

Jürgen Wechsler, Bezirksleiter der IG Metall Bayern berichtete über den Verlauf der ersten zwei Verhandlungen: „Das Angebot der Arbeitgeber von 0,9 Prozent mehr Geld und einer Einmalzahlung von 0,3 Prozent, wurde in der Diskussion in den Betrieben als unwürdig und verachtet von den Belegschaften aufgenommen.“

Nach Auffassung der Tarifkommission steuern die Arbeitgeber ganz gezielt auf eine harte Auseinandersetzung zu. „Damit belegen die Arbeitgeber, dass sie lediglich an Profit-Maximierung interessiert sind. Das Angebot wird weder der wirtschaftlichen Situation noch dem Engagement der Beschäftigten gerecht, stattdessen provoziert die Gegenseite eine frühzeitige Eskalation der Tarifrunde“, sagte Verhandlungsführer Jürgen Wechsler.

Die Tarifkommission hält das Angebot der bayerischen Arbeitgeber für keine ernsthafte Verhandlungsbasis, zumal auch keine halbwegs einleuchtenden Begründungen für ihr Sparangebot geliefert werden. „Jeden Tag hören wir neue Dividenden-Ausschüttungen von Unternehmen, in denen sich die Zahlen vor dem Komma übertreffen“ stellte ein Mitglied der Tarifkommission fest.

„Wir sind verhandlungsbereit, lautet die Kernbotschaft der Tarifkommission“, erläuterte Wechsler, „zwingende Notwendigkeit dazu, ist aber ein deutlich besseres, realistisches und vernünftiges Angebot. Ansonsten lässt sich eine Eskalation nicht vermeiden.“

Die Tarifkommission beschloss einstimmig, massiv Warnstreiks ab 29. April 2016 ab 0 Uhr vorzubereiten, falls sich die Arbeitgeber bis dahin nicht wesentlich in ihrem Angebot bewegen. Gleichfalls wurde über die Vorbereitung zu weitergehenden Arbeitskampfmaßnahmen diskutiert. Jürgen Wechsler berichtete: „Wir haben in den letzten Wochen in intensiven Gesprächen unser Konzept für einen unbefristeten Arbeitskampf erstellt. Wir sind auf alle Möglichkeiten vorbereitet“.

Ein weiterer Verhandlungstermin ist für den 28. April 2016, in Augsburg vorgesehen. Die Friedenspflicht endet am Donnerstag, den 28. April 2016 um 24:00 Uhr. Somit kann ab 29. April 2016 ab Null Uhr zu Warnstreiks aufgerufen werden.

In der Branche in Bayern arbeiten derzeit rund 810.000 Beschäftigte. In den tarifgebundenen Betrieben mit VBM-Mitgliedschaft arbeiten ca. 460.000 Beschäftigte.

» drucken


+++ Wir sind umgezogen! +++

Seit 1. Juli 2019 erreichen Sie uns hier:

IG Metall Bezirksleitung Bayern
Werinherstraße 79, Gebäude 32a
81541 München

 

 

Mehr Wert mit Tarif