19.04.2016
Bayernweite Aktionswoche „Mehr Wert mit Tarif“

(Pressedienst 17/2016: Signal für mehr Tarifbindung) Die IG Metall Bayern setzt in der laufenden Woche mit zahlreichen Aktionen in ihren bayernweit 21 Geschäftsstellen ein deutliches Signal für die Erhöhung der Tarifbindung in der Metall- und Elektroindustrie.

Bezirksleiter Jürgen Wechsler begründet die Aktionswoche, die in den Rahmen der laufenden Tarifrunde eingebettet ist: "Die Tarifbindung in der Metall- und Elektroindustrie als Fundament einer stabilen und fairen Tariflandschaft ist jahrelang stetig zurückgegangen. Mittlerweile gelten unsere Tarifverträge nur noch für gut die Hälfte der Beschäftigten unmittelbar. Dieser Trend geht nicht nur auf Kosten der Beschäftigten, sondern verzerrt auch den Wettbewerb der Unternehmen untereinander, weil manche sich auf diese Weise unlautere Kostenvorteile verschaffen - das wollen wir ändern."

Statistisch erhalten Beschäftigte tarifgebundener Betriebe durchschnittlich etwa 25 Prozent mehr Entgelt als solche in nicht-tarifgebundenen Unternehmen; hinzu kommen in letzteren Faktoren wie die deutlich größere Entgeltlücke zwischen weiblichen und männlichen Beschäftigten. Wechsler sieht darin einen inakzeptablen Verstoß gegen das Equal Pay-Prinzip: "Der Grundsatz 'Gleiches Geld für gleiche Arbeit' gilt auch für Beschäftigte in nicht-tarifgebundenen Betrieben. Sie haben den selben Anspruch auf gute Bezahlung. Das ist für uns eine Frage der Gerechtigkeit."

In die Tarifrunde 2016 werden deshalb verstärkt Betriebe einbezogen, die keiner Tarifbindung unterliegen. Die aktuelle Aktionswoche stellt einen in über 50 bayerischen Betrieben sichtbaren Schwerpunkt dieser Bemühungen dar, dessen weit gefächertes Aktionsspektrum sich nach den individuellen Gegebenheiten der betreffenden Betriebe richtet. Oft ist bereits eine Information der Beschäftigten durch Flugblätter ein wichtiger Schritt, um in der Belegschaft Aufmerksamkeit zu wecken, die Nachteile fehlender Tarifbindung darzustellen und einen Umdenkprozess anzustoßen. In Betrieben, wo dies bereits geschehen ist und sich die Belegschaft entsprechend mit der Thematik auseinandersetzt, verstärken Informationsstände, Gespräche und Versammlungen den Kontakt.

Sind bereits Strukturen betrieblicher und gewerkschaftlicher Interessenvertretung vorhanden, gibt es in der Regel auch bereits erste Gespräche oder sogar Tarifverhandlungen mit der zuständigen Geschäftsführung. Diese gestalten sich naturgemäß unterschiedlich, sind aber selten einfach. Wechsler erklärt: "In solchen Fällen senden gezielte Aktionen bis hin zu möglichen Warnstreiks ein entscheidendes Signal an die Unternehmen: Wir geben keine Ruhe. Wir bleiben dran. Wir lassen uns nicht abwimmeln."


» Tarifnachrichten zur Aktionswoche und zur Tarifverhandlung (PDF)

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