11.04.2016
Lech-Stahlwerker protestieren für die Zukunft „STAHL“

(Pressedienst 13/2016: Faire internationale Wettbewerbsbedingungen für die Stahlbranche in Europa) Über 100 Arbeitnehmer der Lech-Stahlwerke in Meitingen-Herbertshofen (bei Augsburg) beteiligten sich mit einer Protestaktion auf dem Werksgelände am bundesweiten Stahlaktionstag der IG Metall.

Die Arbeitnehmer setzten damit ein Signal für sichere Arbeitsplätze in der Stahlindustrie an die Politik. Sie forderten faire internationale Wettbewerbsbedingungen für die Stahlbranche in Europa.

An der Protestaktion vor der Kantine nahmen auch Jürgen Wechsler, Bezirksleiter der IG Metall Bayern und Ulrike Bahr, SPD-Bundestagsabgeordnete aus Augsburg teil. Von der IG Metall Geschäftsstelle Augsburg nahmen der 1. Bevollmächtigte Michael Leppek und Cemal Cetin, LSW-Betriebsbetreuer der IG Metall, teil. LSW-Hauptgesellschafter Dipl.-Ing. Max Aicher unterstützte die Protestaktion der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch seine Teilnahme.

Maria Heinrich, Betriebsratsvorsitzende der LSW begründete den Protest“ Die Europäische Union (EU) plant, den Ausstoß von Treibhausgasen zu verteuern. Die sogenannten Emissionsrechte oder CO2-Zertifikate sollen ab 2021 erheblich mehr kosten – 1 Milliarde Euro pro Jahr allein der deutschen Stahlindustrie! Die Folge: Auch für LSW würde es Mehrkosten bedeuten, obwohl wir ein Elektrostahlwerk sind. Die zusätzliche Belastung könnte sich negativ auf wichtige zukunftsweisende Investitionen auswirken..“ Heinrich stellte klar: „Die EU-Pläne in Sachen Treibhausgas sollen zum Klimaschutz beitragen, gut so. Sie könnten sich jedoch ins Gegenteil verkehren, wenn die deutsche Stahlindustrie, die den saubersten Stahl herstellt, untergeht, und ausländische Stahlexporteure endgültig die Oberhand gewinnen. Das würde der Umwelt schaden: Klimaschutz ist global - oder gar nicht.

IG Metall Bezirksleiter Jürgen Wechsler bestärkte die Befürchtungen von Heinrich: „In China ist der CO2-Ausstoß bei der Stahlerzeugung um 20 Prozent höher als bei uns. Wir haben in Deutschland und Europa die weltweit effizientesten Anlagen zur Stahlerzeugung. Die deutsche Stahlindustrie hat in den vergangenen Jahren Milliarden investiert, um den CO2-Ausstoß zu verringern.“ Dabei kann von einem fairen Wettbewerb keine Rede sein. Chinesische Unternehmen werden vom Staat massiv subventioniert und können den Stahl zu Preisen auf den Markt bringen, die meistens nicht einmal die Herstellungskosten abdecken. Die deutsche Stahlindustrie steckt jetzt schon in einer schwierigen Situation. Wechsler erläutert dazu: „Seit 2010 hat sich die Einfuhr von Stahl aus China verdoppelt.“

Jürgen Wechsler forderte von der EU und der Politik, „den Klimabeschlüssen von Paris weltweit Geltung zu verschaffen, und genau zu überlegen, ob China als Marktwirtschaft anerkannt wird, dann wären EU-Maßnahmen gegen unfairen Wettbewerb kaum noch möglich“. Die Betriebsratsvorsitzenden der großen deutschen Stahlwerke haben bereits einen Brandbrief an die EU-Kommission geschrieben.

Augsburgs IG Metall Bevollmächtigter, Michael Leppek ging in seinen Ausführungen auf die Bedeutung der Stahlindustrie ein: „Stahl geht uns alle an.“ Die Stahlindustrie ist nicht irgendeine Industrie. Sie ist der Ausgangspunkt einer langen Wertschöpfungskette: Ohne Stahl keine Autos und Maschinen, keine Flugzeuge, Schiffe und Brücken, keine Messer und Töpfe, keine Türen und Schlösser. Stahl ist also nicht nur für die Beschäftigten der Stahlindustrie wichtig, auch für die Beschäftigten anderer Industrien, des Handels, vieler Zulieferer und Dienstleister. Michael Leppek unter dem Beifall der LSW´ler: „Stahl ist nicht alles, aber der Anfang von vielem“.

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