23.02.2016
IG Metall Bayern: 5 Prozent mehr Entgelt ist eine Forderung der Vernunft

(Pressedienst 03/2016: Tarifkommission beschließt Forderung für die bayerische Metall- und Elektroindustrie) Die Tarifkommission der IG Metall Bayern für die Metall- und Elektroindustrie hat in ihrer Sitzung am heutigen Dienstag in Bamberg einstimmig die Forderung für die anstehende Tarifbewegung beschlossen. Sie fordert eine Erhöhung der tariflichen Entgelte und der Ausbildungsvergütungen um 5 Prozent mit Wirkung ab dem 1. April 2016 bei einer Laufzeit von 12 Monaten.

Darüber hinaus erwartet die Tarifkommission, dass der Tarifabschluss zum Entgelt eine soziale Komponente enthält.

Nach Auffassung von Jürgen Wechsler, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, stellt „die Forderung ein Spiegelbild des wirtschaftlichen Durchschnitt der bayerischen Metall- und Elektroindustrie dar“. Die Forderung richte sich einerseits nach der gesamtwirtschaftlich zu erwartenden Inflation und Produktivität und berücksichtige andererseits die wirtschaftliche Unterschiedlichkeit in der Branche, betonte Wechsler. „Würden wir uns nur an den sehr gut verdienenden und meistens großen Betrieben orientieren, fiele die Forderung wesentlich höher aus“, erläuterte Wechsler und weiter: „Mit dieser Forderung der Vernunft, wollen wir auch die Kaufkraft der Beschäftigten und damit die Binnenkonjunktur stärken.“

Neben einer angemessenen Entgelterhöhung will die IG Metall die anstehende Tarifrunde nutzen, zu einer Erhöhung der Tarifbindung beizutragen. "Beschäftigte in nicht-tarifgebundenen Betrieben haben den gleichen Anspruch auf Tariferhöhungen. Sie verdienen bei vergleichbarer Tätigkeit im Durchschnitt bis zu 30 Prozent weniger. Gerecht geht nur mit Tarifvertrag! Deshalb werden wir in dieser Tarifrunde verstärkt Belegschaften aus Betrieben ohne Tarifbindung einbeziehen, um die Tarifbindung wieder zu steigern", sagte Wechsler. Seiner Meinung nach, „darf sich Tarifflucht nicht als Kostenvorteil für Unternehmen mit geringem Verantwortungsbewusstsein etablieren.“

An der Tarifkommissionssitzung nahmen bereits als Gäste mehrere Betriebsräte von nicht-tarifgebundenen Betrieben teil. Die IG Metall Bayern wird parallel zur Tarifrunde, in ca. 40-50 ausgewählten Unternehmen eine Kampagne unter dem Motto „Mehrwert durch Tarif“, zur Stärkung der Tarifbindung starten. Der Vorstand der IG Metall wird am 29. Februar 2016 über die Forderungen der regionalen Tarifkommissionen entscheiden. Die Verhandlungen für die bayerische Metall- und Elektroindustrie beginnen am 16. März 2016 in Nürnberg. Ein weiterer Verhandlungstermin ist für den 14. April, in München vorgesehen. In der Branche in Bayern arbeiten derzeit rund 810.000 Beschäftigte. In den tarifgebundenen Betrieben mit VBM-Mitgliedschaft arbeiten ca. 460.000 Beschäftigte. Bereits ab 29. April 2016 ab Null Uhr kann zu Warnstreiks aufgerufen werden. Die IG Metall Bayern bereitet sich darauf gut vor.

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