09.11.2015
Junge IG Metall Bayern gestaltet Mitbestimmung der Zukunft

(Pressedienst 60/2015: Konferenz „Mitbestimmung Y“ der IG Metall Bayern) Rund 500 Jugend- und Auszubildendenvertreter und junge Betriebsräte aus dem Organisationsbereich der IG Metall Bayern diskutieren am 9. und 10. November in Unterschleißheim bei München neue Perspektiven und Ansätze der Mitbestimmung.

Den inhaltlichen Mittelpunkt bilden die Erwartungen und Anforderungen der sogenannten „Generation Y“ an ihr Berufsleben, an denen sich Mitbestimmung und Interessenvertretung der Zukunft in den Betrieben angesichts tiefgreifenden Wandels in der Industrie und Arbeitswelt orientieren müssen. Der Titel der von der IG Metall Bayern veranstalteten Konferenz trägt dieser Ausrichtung Rechnung: „Mitbestimmung Y“.

Die Generation Y - geboren zwischen 1980 und 2000, oft unbequem und mit neuen Wertvorstellungen - stellt einen wesentlichen Faktor der künftigen Herausforderungen an die Mitbestimmung dar. Einen anderen Faktor bilden rasante technologische Veränderungen wie Industrie 4.0 und die Digitalisierung der Arbeitswelt. Der bayerische IG Metall-Bezirksleiter Jürgen Wechsler skizzierte das zentrale gemeinsame Anliegen der IG Metall Bayern und ihrer betrieblichen Funktionäre angesichts dieser Entwicklungen: „Wir wollen den Wandel in der Arbeitswelt aktiv und für die Beschäftigten positiv gestalten. Wir werden nicht akzeptieren, dass die Arbeitnehmer zu Sklaven der Technik werden. Wir wollen eine Humanisierung der Arbeitswelt, eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie das Verschwinden eintöniger und monotoner Tätigkeiten.“

Exemplarisch für Veränderungen in den Betrieben steht vor diesem Hintergrund unter anderem die Arbeitszeitdebatte. Wechsler erklärte an ihrem Beispiel die Notwendigkeit, sich in der Mitbestimmung auf neue Erwartungen der Beschäftigten einzustellen und hinterfragte kritisch: „Ist unsere Form der Mitbestimmung noch zeitgemäß? Am Beispiel der Arbeitszeitdebatte kommen mir da erhebliche Zweifel. ‚Was für das eine Mitglied gut ist, muss auch für das andere Mitglied gut sein‘ - diese Formel funktioniert gerade in der Arbeitszeitdebatte nicht mehr.“ Statt dessen tritt auch in der Arbeitswelt eine starke Individualisierung in den Vordergrund, der die Mitbestimmung der Zukunft Rechnung tragen muss: „Wir brauchen eine Form der Mitbestimmung, die den Beschäftigten als Individuum wahrnimmt. Ingenieure haben ein grundsätzlich anderes Bedürfnis, ihre Arbeitszeit zu gestalten, als Kollegen im Schichtdienst in der Produktion. Den ‚einen Beschäftigten‘ gibt es längst nicht mehr.“

Die Konferenz „Mitbestimmung Y“ bietet Grundlagen und Leitlinien für eine entsprechende Gestaltung und Neuausrichtung der Mitbestimmung an. Nach einführenden Impulsreferaten behandeln die Teilnehmer zwei Tage lang in zahlreichen Workshops Themenbereiche von der Berufsausbildung über die Umsetzung von Tarifverträgen bis hin zur Industriepolitik. Aus den Ergebnissen werden Ansätze und Perspektiven für die betriebliche Praxis, aber auch für grundlegend neue Modelle der Mitbestimmung abgeleitet. Wechsler unterstrich die entscheidende Rolle der jungen Generation in diesem Prozess und appellierte an die Teilnehmer der Konferenz: „Es wird an euch, der Generation Y, liegen, hier die altbewährten Pfade zu verlassen und neue Wege zu gehen.“

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