24.09.2015
Tausende Beschäftigte stellen sich gegen Missbrauch von Werkverträgen

(Pressedienst 56/2015: Erfolgreicher Aktionstag an bayerischen Automobilstandorten) Im Rahmen des bundesweiten Aktionstag der IG Metall gegen den Missbrauch von Werkverträgen am 24. September haben sich in Bayern mehrere Tausend Beschäftigte der Automobilhersteller demonstrativ hinter die Forderungen zur Regulierung von Werkverträgen an die Politik gestellt.

IG Metall-Bezirksleiter Jürgen Wechsler bewertete am Nachmittag den Aktionstag für Bayern als klaren Erfolg: „Die Beschäftigten der starken bayerischen Automobilindustrie sind sich aus ihrer täglichen Arbeit in den Betrieben heraus der Problematik der Werkverträge sehr wohl bewusst. Und sie stellen sich ohne jede Einschränkung gegen den Missbrauch von Werkverträgen zum Unterlaufen von Tarifverträgen.“

Bereits in den frühen Morgenstunden verteilten Hunderte von Vertrauensleuten der IG Metall vor den Eingangstoren des Audi-Werkes in Ingolstadt Flugblätter und informierten an Ständen. Im Münchner BMW-Werk zogen kurz danach über 3.000 Beschäftigte durch die Hallen und versammelten sich auf dem Werksgelände zu einer Kundgebung. Manfred Schoch, Gesamtbetriebsratsvorsitzender der BMW AG, und Dr. Martin Kimmich, 2. Bevollmächtigter der IG Metall München, unterstrichen in Ansprachen die Forderung an die Politik, endlich konsequent das im Koalitionsvertrag angekündigte Gesetz umzusetzen. Am Nachmittag nahmen im Güterverkehrszentrum Ingolstadt, in dem zahlreiche Betriebe verschiedenste Aufgaben für Audi per Werkvertrag erledigen, mehr als 500 Beschäftigte an einer weiteren großen Kundgebung teil. Dort sprach Johann Horn, erster Bevollmächtigter der Ingolstädter IG Metall. Weitere Aktionen gab es bei BMW in Dingolfing und MAN in München. In Regensburg brachten rund 2.000 Beschäftigte der Frühschicht die Arbeit im BMW-Werk für kurze Zeit völlig zum Erliegen, 800 beteiligten sich anschließend an einer Kundgebung.

Wechsler wiederholte die Aufforderung an die große Koalition, entscheidenden Faktoren des Missbrauchs von Werkverträgen einen gesetzlichen Riegel vorzuschieben: „Wir wollen eine klare Abgrenzung zur Leiharbeit, die Beweislastumkehr hinsichtlich der Rechtmäßigkeit von Werkverträgen, umfassende Informationspflichten des Arbeitgebers an die Betriebsräte und Mitbestimmungsrechte für bei Fremdvergabe.“


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