31.07.2015
Neuer Nachfragerekord

Die Bundesagentur für Arbeit tut sich derzeit leicht bei der Veröffentlichung ihrer Statistiken: Im Juli gab es den aktuellen Zahlen zufolge ein neues Allzeithoch bei den offenen Stellen. Der DGB warnt davor, sich deswegen beruhigt zurückzulehnen, und fordert stattdessen Maßnahmen mit Blick auf kommende Herausforderungen.

Saisonbereinigt zählte die Agentur im Juli aufgrund unverändert guter Wirtschaftslage mehr offene Stellen in deutschen Betrieben als je zuvor. Die erfreuliche Nachfrage nach qualifizierten Beschäftigten ist besonders hoch in Dienstleistungssektoren, erstreckt sich aber insgesamt über praktisch alle Branchen. Die meisten Experten gehen davon aus, dass der positive Trend mittelfristig anhält, wenngleich Schwankungen für möglich gehalten werden.

... auch in der bayerischen M+E-Industrie

In die selbe Richtung gehen die aktuellen Zahlen in der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie. Der vbm verkündete bereits im April das Überschreiten der Grenze von 800.000 Beschäftigten, was zuletzt vor über 20 Jahren erreicht wurde. Für die erste Jahreshälfte 2015 verbucht die Branche im Freistaat dem vbm zufolge rund 10.000 zusätzliche Stellen, im gesamten Jahr 2015 sollen es 20.000 werden.

DGB für Konsolidierung

Der DGB warnt die Politik davor, diese relativ entspannte Lage als "politisches Ruhekissen" zu betrachten. Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach erklärte am Donnerstag in Berlin, gerade jetzt sollte die Koalition mit Blick auf kommende Herausforderungen Änderungen in der Arbeitsförderung auf den Weg bringen: "Die beiden im Koalitionsvertrag vereinbarten Gesetze zur Arbeitslosenversicherung und zu Hartz IV dürfen nicht länger von Teilen der Union blockiert werden."

Quantität reicht nicht

Auch der bayerische DGB fordert Politik und Arbeitsagenturen auf, nicht in ihren Anstrengungen nachzulassen. Sein Vorsitzender Matthias Jena fasste zusammen: "Quantität alleine reicht nicht. Die Arbeitsagenturen müssen die Arbeitsuchenden in dauerhafte Beschäftigung vermitteln." Besondere Aufmerksamkeit muss dabei denen gelten, für die gute Arbeit in tarifgebundenen Unternehmen trotz der Arbeitsmarktentwicklung schwer oder gar nicht erreichbar ist: "Die Menschen dürfen nicht langfristig abgehängt oder immer wieder in prekäre Beschäftigung abgeschoben werden. Ihnen muss eine Chance geboten werden, den Teufelskreis aus Arbeitslosigkeit, prekärer Beschäftigung und Aufstocker-Lohn zu durchbrechen."

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