13.04.2015
Wem gehört die Zeit?

Der zweite IG Metall-Vorsitzende Jörg Hofmann äußert sich in der aktuellen "Mitbestimmung" zu den arbeitszeitpolitischen Aspekten im M+E-Tarifabschluss 2015 - wie sieht es aus mit der betrieblichen Umsetzung von Alters- und Bildungsteilzeit, und wie geht es mit der Thematik weiter?

Keine "Rache" für die Rente mit 63 ...

Bei der Altersteilzeit, erklärt Hofmann im Interview mit der "Mitbestimmung" im Interview, wollten die Arbeitgeber "Rache" für die vorzeitige abschlagsfreie Rente für langjährige Beitragszahler nehmen, aber: "Das ist ihnen kräftig misslungen." Die Anspruchsquote wurde erhalten, gleichzeitig wurden für niedrige Entgeltgruppen höhere Aufstockungsbeträge vereinbart.

... und eine Basis für Bildungsteilzeit

Bei der Bildungsteilzeit, das räumt auch Hofmann freimütig ein, haben die Arbeitgeber sich weniger bewegt. Dennoch konnte die IG Metall mit bundesweit über 870.000 Warnstreikenden im Rücken zumindest die anfängliche Komplettverweigerung spürbar aufbrechen: "Zunächst haben wir mit der bundesweiten Übernahme des NRW-Tarifergebnisses erreicht, dass jede Kollegin und jeder Kollege einen durchsetzbaren Anspruch auf sieben Jahre Bildungsteilzeit hat – allerdings ohne Aufstockung des Entgelts. [...] Dieser Anspruch gilt in der Regel nach fünf Jahren Betriebszugehörigkeit. [...] Die Beschäftigten können Bildungsteilzeit nehmen, sie haben Anspruch auf ein verlässliches Teilzeiteinkommen und im Anschluss auf eine höherwertige Vollzeitstelle im Betrieb.

Zeit bleibt im Fokus

Damit das Thema Arbeitszeit nach den guten Impulsen der Tarifrunde jetzt nicht ins Stocken gerät, hat die IG Metall mit den Arbeitgebern eine entsprechende Gesprächsverpflichtung vereinbart. In deren Fokus steht das Konzept einer an Lebensphasen orientierten Arbeitszeit als Verhandlungsthema. Hofmann fasst die Leitfragen zusammen"Wie kann Arbeitszeit besser an die unterschiedlichen Lebenslagen der Beschäftigten angepasst werden? Wie kann Flexibilität so gestaltet werden, dass sie keine Einbahnstraße für Arbeitgeberinteressen ist?"Damit steht aus Sicht der IG Metall ein Ziel für die Zukunft unverrückbar fest: "Die Flexibilitätsansprüche unserer Kolleginnen und Kollegen müssen sich in den Tarifverträgen widerspiegeln."

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