02.02.2015
IG Metall Bayern verlangt eine sozial-ökologische Energiewende

(Pressedienst 12/2015: Energiedialog Bayern vor dem Abschluss – ohne Klarheit über Maßnahmen der Staatsregierung) In München treffen sich am zweiten Februar zum letzten Mal die Teilnehmer des Energiedialogs der bayerischen Staatsregierung. Die IG Metall Bayern unterstreicht zu diesem Anlass ihre Forderung, die Energiewende zügig, konsequent und unverwässert anzupacken.

IG Metall-Bezirksleiter Jürgen fasste zusammen: „Der Energiedialog des Wirtschaftministeriums war ein wichtiger Schritt, an dem die IG Metall Bayern von Anfang an beteiligt war. Jetzt müssen die logischen Schlüsse daraus gezogen und ohne weitere Verzögerung umgesetzt werden.“

Die IG Metall Bayern steht auf diesem Gebiet stellvertretend für viele tausend Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Bayerns Industrie, für die ihre Beschäftigung und die künftige Entwicklung ihrer Arbeitsplätze unmittelbar von Form und Umsetzung der Energiewende betroffen sind. Wechsler fasste ihre Forderungen zusammen: „Wir brauchen eine verlässliche, bezahlbare und nachhaltige Stromversorgung. Von ihr hängt die Zukunft des Industrie- und Wirtschaftsstandortes Bayern, seiner Beschäftigung und seiner Menschen maßgeblich ab. Die IG Metall Bayern wird daher weiter für eine Energiewende eintreten, die soziale und ökologische Aspekte gleichberechtigt berücksichtigt.“

Die IG Metall Bayern hat im Rahmen des Energiedialogs nachdrücklich verdeutlicht, dass sie für diese Versorgung einen Energiemix befürwortet, der mit Blick auf die mittelfristige Versorgungs- und Systemsicherheit erneuerbare Energien und Erdgas verbindet. Wechsler forderte dazu: „Um diesen Weg zu betreten muss schnell geklärt werden, wie mögliche neue Gaskraftwerke finanziert werden können.“ Die IG Metall Bayern fordert vor diesem Hintergrund weiter den Ausbau der Windenergie und die Rücknahme der 10H-Abstandsregelung. Darüber hinaus befürwortet sie nachdrücklich Projekte zum Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplung und zur Energieeinsparung. Eine industriepolitische Schlüsselrolle kommt außerdem Technologien zur Energiespeicherung zu, ergänzt Wechsler: „Die Entwicklung und Produktion von Speicher und Batterien stellt für Bayern einen industriellen Zukunftsbereich dar, den wir nicht anderen überlassen dürfen.“

Auch bisweilen kontrovers diskutierten Aspekten weicht die IG Metall nicht aus, so Wechsler: „Um die dringend benötigte Windenergie aus Norddeutschland nach Bayern zu bringen, führt an Leitungen, in welcher Form auch immer, kein Weg vorbei. Wie viele es sind und wo beziehungsweise wie sie am Ende gebaut werden, muss die Staatsregierung auf Basis technischer Expertise und im konstruktiven Dialog mit allen Beteiligten entscheiden. Alles andere gefährdet fahrlässig den technologisch und beschäftigungspolitisch zukunftsweisenden Bereich regenerativer Energie.“ Die IG Metall Bayern warnt in diesem Zusammenhang außerdem eindringlich vor Alleingängen: „Strom macht nicht vor Ländergrenzen halt. Wir brauchen die bayerische eingebettet in eine deutsche und letztlich europäische Energiewende.“

„Nach Abschluss des Energiedialogs bleibt offen, was die Staatsregierung jetzt konkret umsetzt“, kritisiert Wechsler. In den kommenden Wochen stehen maßgebliche Entscheidungen über die zukünftige Energiepolitik in Bayern mit erheblichen Folgen für den Industriestandort Bayern und die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Bereich der IG Metall auf der Agenda. Es ist Aufgabe der Staatsregierung, diese Entscheidungen im Sinne nachhaltiger, zuverlässiger Energieversorgung zu fällen und dabei auch die Sicherung und den Ausbau der Arbeitsplätze in Bayern im Blick zu behalten, erklärte Wechsler abschließend: „Die Energiewende kann nicht länger ausgesessen und ihre Umsetzung hinausgeschoben werden. Nun ist es Zeit zu handeln - die Staatsregierung von Ministerpräsident Horst Seehofer ist am Zug.“

» drucken


Seit 1. Juli 2019 erreichen Sie uns hier:

IG Metall Bezirksleitung Bayern

Werinherstraße 79
Gebäude 32a, 3. Stock
81541 München

Mehr Wert mit Tarif