28.01.2015
Wechsler: „VBM trägt die Verantwortung für massive Warnstreiks“

(Pressedienst 6/2015: IG Metall Bayern lehnt Angebot der Arbeitgeber als inakzeptabel ab) Die IG Metall Bayern hat das in der zweiten Tarifverhandlung vom Verband der bayerischen Metall- und Elektroindustrie (vbm) vorgelegte Angebot als nicht akzeptabel zurückgewiesen.

„Mit ihrem ‚Nein‘ zu Weiterbildung, der Halbierung des bisherigen Altersteilzeitspruch und viel zu wenig Geld tragen die Arbeitgeber die Verantwortung für die nun folgenden Warnstreiks“, erklärte Jürgen Wechsler, Verhandlungsführer und Bezirksleiter der IG Metall Bayern.

Wechsler fasste die Vorschläge des Arbeitgeberverbands zusammen: „Das Angebot ist Dünnbier vor der anstehenden Starkbierzeit. Trotz vollmundiger Ankündigungen eines ‚bayerischen Angebots‘ hat es sich als phantasielose ‚Löwen‘-Kopie der Gesamtmetall-Linie entpuppt.“ Der vbm hat am Mittwoch in München eine Entgelterhöhung von 2,2 Prozent mit zwei Nullmonaten und eine Halbierung des Angebotes einer Altersteilzeit mit verschlechterten Mitwirkungsmöglichkeiten der Betriebsräte vorgeschlagen. Für die von der IG Metall geforderte Bildungsteilzeit sieht der Verband keine Notwendigkeit.

Wechsler bezeichnete die Vorschläge zur Alters- und Bildungsteilzeit als „angesichts der betrieblichen Realität provokativ“. Er verwies auf eine Befragung von 312 Betriebsratsvorsitzenden bayerischer Metall- und Elektrobetriebe, von denen 64 Prozent den Bedarf an Altersteilzeit als steigend und 20 Prozent als gleichbleibend einschätzen und kritisierte: „Wenn der vbm jetzt den Anspruch halbieren will, ist das eine Absage an ein anerkanntes betriebliches Steuerungsinstrument für demographische Personalplanung.“

Auch die ablehnende Haltung zur Bildungsteilzeit ist für Wechsler nicht verständlich: „Hier werden Chancen zur Fachkräftesicherung der Zukunft leichtfertig vergeben. Über die Digitalisierung der Arbeitswelt oder Industrie 4.0 reden und gleichzeitig den Beschäftigten die zur Bewältigung nötige Weiterbildung verweigern - diese Rechnung wird nicht aufgehen.“

Angesichts der guten wirtschaftlichen Lage der bayerischen Metall- und Elektroindustrie müssen die Arbeitgeber außerdem laut Wechsler auch „beim Geld noch gut drauflegen. Das haben die Beschäftigten durch ihre Leistungen mehr als verdient!“

Die Friedenspflicht endet am heutigen Mittwoch um 24 Uhr. „Nach ihrem dünnen Vorschlag tragen die Arbeitgeber selbst die Verantwortung für die ab Donnerstag stattfindenden Warnstreiks“, stellte Wechsler klar.

Vor der Verhandlung unterstützten nach Schätzung der Polizei rund 4.300 Metaller/innen die Forderungen der IG Metall mit einem Demonstrationszug vom Münchner Gewerkschaftshaus und einer Kundgebung vor dem Verhandlungslokal im Haus der bayerischen Wirtschaft.


Die Verhandlungen werden am Montag, den 9. Februar 2015, um 10 Uhr in Aschaffenburg fortgesetzt.

zum Download:
Schnellinfo-2015-02.pdf
« Nachrichtenübersicht
gedruckt am 18.08.2019 / IG Metall Bayern online