08.12.2014
Wehrtechnischer Dialog

Die wehrtechnische Industrie in Deutschland steht in einem Spannungsfeld aus außen- und verteidigungs- beziehungsweise friedenspolitischen Aspekten, hinzu kommen Wirtschaftsinteressen und nicht zuletzt ein gewichtiger beschäftigungspolitischen Faktor. Die IG Metall München trägt mit Veranstaltungen für einen wehrtechnischen Dialog zur Diskussion bei, Auftakt war am dritten Dezember.

Unter anderem die Überlegungen von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriels zu Kriterien für Rüstungsexporte haben die Diskussion um Wehrtechnologie in den vergangenen Wochen und Monaten befeuert. Direkte Auswirkungen auf die Betriebe dieser Branche und damit zwangsläufig auch auf die Beschäftigten, im Bereich der IG Metall München sind es rund 5.000, sind abzusehen. Zur ersten Dialogveranstaltung hatte sie den für Industriepolitik zuständigen Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium Matthias Machnig, MTU Aero Engines-CEO Reiner Winkler sowie Vertreter von Krauss Maffei Wegmann und Airbus Defense and Space eingeladen, mit Betriebsrätinnen und Betriebsräten aus wehrtechnischen Betrieben zu diskutieren.

Der erste Bevollmächtigte der Münchner IG Metall, Horst Lischka, betonte: "Für die IG Metall München ist klar, dass es keine Beschäftigten 1. und 2. Klasse gibt, und daher setzen wir uns selbstverständlich auch für die Interessen unserer Kolleginnen und Kollegen in Betrieben mit wehrtechnischem Charakter ein." Um diese Interessen in der teils kontroversen Diskussion effektiv vertreten zu könne, daraus machte Lischka keinen Hehl, gilt wie in anderen Betrieben: "Je stärker das Mandat der Beschäftigten eines Betriebs für die IG Metall ist, desto wirksamer kann sich die IG Metall für die betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einsetzen."

Moderiert wurde die Diskussionsrunde zu Situation und Perspektiven der wehrtechnischen Industrie von Jürgen Bühl, dem Sprecher des Arbeitskreises Wehrtechnik des IG Metall Vorstandes. Staatssekretär Machnig forderte im Verlauf des Gespräches eine neu aufgestellte Verteidigungspolitik in Europa mit einer abgestimmten Strategie für die Wehrindustrie. Er betonte, die Bundesregierung lege großen Wert auf mehr Transparenz bei Rüstungsexporten und traf damit auf ausdrückliche Unterstützung der Unternehmensvertreter.

Aus Sicht der Betriebsratsvorsitzenden Ralf Bergschneider (Krauss Maffei Wegmann) und Josef Hillreiner (MTU) schaden die anhaltenden Diskussionen der Branche und damit letztlich auch den Beschäftigten. Die IG Metall München will den mit dieser Auftaktveranstaltung begonnenen Dialog mit weiteren Terminen fortsetzen.

» drucken


+++ Wir sind umgezogen! +++

Seit 1. Juli 2019 erreichen Sie uns hier:

IG Metall Bezirksleitung Bayern
Werinherstraße 79, Gebäude 32a
81541 München

 

 

Mehr Wert mit Tarif