04.12.2014
Schmerzhafter Kompromiss bei manroland

Anfang November hatte manroland in Augsburg Pläne für eine ganze Palette harter Einschnitte verkündet. Nach intensiven Verhandlungen zwischen Betriebsrat und IG Metall auf der einen und Unternehmen auf der anderen Seite gibt es nun einen Kompromiss, der einige der Maßnahmen abfängt.

Betriebsrat und IG Metall Augsburg hatten angesichts der erneuten Sparmaßnahmen des nach einer Insolvenz vor drei Jahren aufgeteilten Druckmaschinenherstellers eine Zukunftsstrategie gefordert. Geplant war nicht "nur" der Abbau von über 260 Stellen, die Beschäftigten sollten auch ab 2015 auf verschiedene betriebliche und tarifliche Leistungen verzichten. Die Ausbildung wollte manroland einstellen und fertige Auszubildende künftig nicht mehr übernehmen.

Wie die Augsburger IG Metall nun mitteilt, sieht der Kompromiss den Abbau von 225 Arbeitsplätzen vor. Im Gegenzug wurden eine Transfergesellschaft und Abfindungen für die Betroffenen, der Erhalt der Ausbildung sowie eine zweijährige Beschäftigungssicherung und Investitionen vereinbart. Der erste Bevollmächtigte Michael Leppek bewertet das Ergebnis offen als "schmerzhaften Kompromiss", an dem aber angesichts der Unternehmensposition kein Weg vorbei führte: "Leider müssen die Beschäftigten für Fehler des Managements in der Vergangenheit die Zeche zahlen."

Einschnitte begrenzt

Der ursprünglich geplante Abbau von 262 Stellen ist zwar nur geringfügig verkleinert worden, der Erhalt der Ausbildung und die Vereinbarung einer zweijährigen Beschäftigungssicherung sichern jedoch hunderte von Arbeitsplätzen. Abfindungsangebote und eine bis zu 12-monatige Transfergesellschaft für die Betroffenen konnte die Arbeitnehmerseite durchsetzen, obwohl manroland nach der Insolvenz nicht sozialplanpflichtig ist. Auch zur Umsetzung der Ankündigung des Unternehmens, das Entgelt der verbleibenden Beschäftigten um rund 13 Prozent zu beschneiden, wird es in dieser Form nicht kommen. Das tarifliche Urlaubs- und Weihnachtsgeld bleiben erhalten, eine individuelle Neueingruppierung der Beschäftigten soll zum Januar 2015 erfolgen.

Besonderen Wert legten Betriebsrat und IG Metall auf die Zukunftsfähigkeit von manroland. Nach intensiven Gesprächen auch mit dem Gesellschafter wird die Possehl-Gruppe mit Investitionen und der Bereitstellung von Geldern für Forschung und Entwicklung dafür Sorge tragen, dass entgegen der Ankündigungen Zukunftsthemen und Alternativprodukte fortgesetzt beziehungsweise entwickelt werden. Nun erwarte man volle Konzentration des Gesellschafters auf das Unternehmen und eine Geschäftsführung, der man vertrauen könne, erklärt Leppek.

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