27.11.2014
IG Metall-Vorstand beschließt Forderung

5,5 Prozent mehr Entgelt, flexible Altersübergänge und Anspruch auf Bildungsteilzeit - diese Forderungen in der Tarifrunde 2015 für die rund 3,7 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Deutschland hat der Vorstand der IG Metall am 25. November in Frankfurt beschlossen.

Wirtschaft: kein Grund zu Schwarzmalerei

Vorausgegangen war eine ausführliche Debatte in den Betrieben, deren Ergebnisse in die Forderungen der Tarifbezirke eingeflossen waren. Detlef Wetzel, Erster Vorsitzender der IG Metall, begründete die Entscheidung: "Für die konjunkturelle Schwarzmalerei der Arbeitgeber besteht kein Anlass: Unsere Forderung ist wirtschaftlich vernünftig und sichert den Beschäftigten einen angemessenen Anteil an der konjunkturellen Entwicklung. Verlässlichkeit ist die politische Leitlinie der IG Metall." Die stabile wirtschaftliche Situation und die gute Ertragslage der Branche ebenso berücksichtigt wie die gesamtwirtschaftliche Produktivitätsentwicklung und die Zielinflationsrate der EZB. Eine Umverteilungskomponente soll gewährleisten, dass die ArbeitnehmerInnen, auch im Interesse der Binnennachfrage, am wirtschaftlichen Erfolg teilhaben.

Altersteilzeit und Bildungsteilzeit

Als weitere Komponenten stellt die IG Metall zwei sogenannte qualitative Forderungen, die tarifliche Neuregelung der Altersteilzeit und einen Tarifvertrag zur Bildungsteilzeit. Der Zweite Vorsitzende der IG Metall, Jörg Hofmann, erläuterte: "Die Beschäftigten sollen planen und wählen können, ob sie unter Inkaufnahme von Abschlägen so früh wie möglich oder abschlagsfrei und entsprechend später in Altersteilzeit gehen." Besonderes Augenmerk liegt auf den Beschäftigten in den unteren Lohngruppen, gerade sie benötigen einen weitgehenden Ausgleich der Entgeltverluste durch die Altersteilzeit.

Eine tarifvertraglich vereinbarte Bildungsteilzeit sollen Un- und Angelernten, Beschäftigten nach Abschluss einer dualen Ausbildung und solchen, die sich nach längerer Erwerbstätigkeit beruflich weiterentwickeln wollen, zugute kommen. Dabei ist auch die Fachkräftesicherung ein wesentlicher Faktor, für die Erwerbstätige reale Chancen brauchen, sich durch Bildung weiterzuentwickeln. Die Bildungsteilzeit soll die erforderliche Zeit und ein fortlaufendes Einkommen gewährleisten.

Lösung nur im Paket

Hofmann betonte, dass alle drei Forderungen für die IG Metall gleichwertig nebeneinander stehen und es nur eine Lösung geben kann, die sie entsprechend berücksichtigt. Die Entgelttarifverträge laufen mit Jahresende aus, die ersten Tarifverhandlungen finden am 14. Januar in Bayern und Baden-Württemberg statt. Zwei Wochen später, also am 28. Januar 2015, endet die Friedenspflicht.

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