25.11.2014
IG Metall Bayern fordert 5,5 Prozent mehr Entgelt

(Pressedienst 24/2014: Tarifkommission beschließt Forderung: mehr Geld, Altersteilzeit und Bildungsteilzeit) Die Tarifkommission der IG Metall Bayern für die Metall- und Elektroindustrie hat in ihrer Sitzung am heutigen Dienstag in Ingolstadt einstimmig die Forderung für die anstehende Tarifbewegung beschlossen. Neben einer Entgeltforderung im Volumen von 5,5 Prozent für die nächsten 12 Monate fordert die Tarifkommission Nachbesserungen bei der Altersteilzeit und eine geförderte Bildungsteilzeit.

Nach Auffassung von IG Metall-Bezirksleiter Jürgen Wechsler „spiegelt die Forderung einen wirtschaftlichen Durchschnitt der bayerischen Metall- und Elektroindustrie wieder“. Die Forderung richte sich einerseits nach der gesamtwirtschaftlichen Inflation und Produktivität und trage andererseits der Konjunktur in der Branche Rechnung, betonte Wechsler: „Dabei haben wir uns nicht nur an den besonders gut verdienenden Unternehmen orientiert, sondern an der insgesamt guten ökonomischen Gesamtsituation der bayerischen Betriebe.“

Angesichts des zunehmenden Gejammers des Arbeitgeberverbandes vbm verwies Wechsler auf das prognostizierte gesamtwirtschaftliche Wachstum von über einem Prozent. „Neben den Gewinnen der DAX-Konzerne“, erläuterte Wechsler, „ist die Lage beim Mittelstand ebenfalls respektabel.“

Darüber hinaus fordert die IG Metall Bayern bessere Bedingungen für die Altersteilzeit und Verhandlungen über eine geförderte Bildungsteilzeit. Wechsler: „Wir wollen, dass Arbeitnehmer zu sozial akzeptablen Bedingungen aussteigen können, wenn es für sie nicht mehr geht. Dafür brauchen wir einen belastbaren Anspruch im Tarifvertrag.“

Der demografische Wandel und die Digitalisierung der Arbeitswelt werden laut Wechsler „eine Vielzahl von Veränderungen in die Betriebe bringen“. Hier werden verstärkt qualifizierte Arbeitnehmer benötigt, um den Umbruch in der Branche besser meistern zu können. Dazu hat die IG Metall das Modell einer bezuschussten Teilzeit für Weiterbildung vorgeschlagen.

Jürgen Wechsler sieht diese drei Forderungen gleichberechtigt nebeneinander: „Wir werden uns dieses Gesamtpaket nicht aufschnüren lassen. Alle drei Forderungen sind gleich wichtig.“ Bisherigen Verlautbarungen der Arbeitgeber, dieses Paket entspräche einem Gießkannenprinzip, hält Wechsler in Anspielung auf den Betrieb des Gesamtmetall-Präsidenten Rainer Dulger entgegen: „Dieses Forderungspaket ist die richtige ‚Dosiertechnik‘ für eine moderne Tarifpolitik auf einem stabilen Wachstumspfad.“

Der Vorstand der IG Metall wird am 27. November 2014 über die Forderungen der regionalen Tarifkommissionen entscheiden. Die Verhandlungen für die bayerische Metall- und Elektroindustrie beginnen am 14. Januar 2015 in Augsburg. In der Branche in Bayern arbeiten derzeit rund 790.000 Beschäftigte. Bereits ab 28. Januar 2014 ab 24 Uhr kann zu Warnstreiks aufgerufen werden. Die IG Metall Bayern sieht sich dafür gut gerüstet.

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