14.11.2014
IG Metall Bayern dringt auf Dialog zu „Industrie 4.0“

(Pressedienst 23/2014: Betriebsräte-Fachtagung diskutiert Chancen und Risiken bei Industrie 4.0) Die IG Metall Bayern hat in der Debatte um digitale Arbeit und „Industrie 4.0“ eine stärkere Beteiligung der Arbeitnehmervertretungen gefordert.

„Wir müssen das Neue an diesem Zukunftsprojekt identifizieren, die Reichweite der Veränderungen abschätzen und die möglichen Folgen – Chancen wie Risiken – in einem breiten und gemeinsamen Dialog ausloten“, sagte Jürgen Wechsler, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, auf der Fachtagung für Betriebsräte zum Thema "Industrie 4.0“ in Fürth.

In der zweitägigen Fachtagung, die die Betriebsräteakademie Bayern gemeinsam mit der IG Metall Bayern am gestrigen Donnerstag und heutigen Freitag im Hotel PYRAMIDE in Fürth durchführt, informieren sich über 140 Betriebsräte aus Bayern über den aktuellen Stand dieses Zukunftsprojekts „Industrie 4.0“.

Im Kern geht es bei Industrie 4.0 darum, Produktionstechnologien in neuer Qualität mit der Informations- und Kommunikationstechnik zu verbinden. Medium dieser Verknüpfung sind intelligente Systeme (Cyber-Physische-Systeme) mit eingebetteter Software, die in Echtzeit Daten erfassen, speichern und auswerten und sowohl mit der physikalischen Welt (der Maschine), als auch der digitalen Welt des Internets interagieren können.

Zu dem Stand der Ideen und Konzeptionen in den Unternehmen konnten Referenten der Robert Bosch GmbH, der Siemens AG, der Schaeffler Technolgies GmbH, der Audi AG und aus der Wissenschaft (Technische Universität Darmstadt) gewonnen werden.

Am heutigen Freitag wurden die Gestaltungsansätze für betriebliche Interessenvertretungen aus Arbeitnehmersicht erörtert. Dabei ging es um die Themenfelder Arbeitsschutz, Arbeitszeit, Arbeitsleistung, Entgelt und Datensicherheit. Jürgen Wechsler forderte von der bayerischen Wirtschaftsministerin Frau Ilse Aigner: „Organisieren Sie einen Dialog-Plattform mit allen Beteiligten. Wir sind als Arbeitnehmer bereit unsere Fachkompetenz einzubringen, um die Chancen für eine nachhaltige Industrie zu sichern.“

Für Wechsler sind auch weitreichende Weiterbildungsmöglichkeiten, sowie die Schaffung einer lernförderlichen Arbeitsorganisation notwendig. Neben einer Forschungsförderung, um die Arbeitsplätze der Zukunft human zu gestalten, sind auch tarifliche und gesetzliche Regelungen zur Weiterbildung der Arbeitnehmer erforderlich. „Deshalb will die IG Metall in der anstehenden Tarifrunde eine Tarifvertrag zur Bildungsteilzeit erreichen“, erläuterte Wechsler.

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