07.11.2014
IG Metall Bayern konkretisiert Forderungen für Metall- und Elektrotarifrunde 2015

(Pressedienst 22/2014: 5,5 Prozent, verbesserte Altersteilzeit und Bildungsanspruch) Der Vorstand der IG Metall wird am kommenden Dienstag seine Forderungsempfehlung für die Metall- und Elektrotarifrunde 2015 bekannt geben. Die Tarifkommission der IG Metall Bayern für die Metall- und Elektroindustrie hat im Vorfeld dazu am 7. November bei einer Sitzung in Ingolstadt ihre Forderungen für diese Tarifrunde konkretisiert.

Nach intensiver Diskussion sprach sie sich neben einer Entgeltforderung im Volumen von 5,5 Prozent für tarifliche Regelungen sowohl für eine verbesserte Altersteilzeit, als auch für den zeitlichen und finanziellen Anspruch auf Weiterbildung aus.

Die Forderung nach 5,5 Prozent mehr Geld errechnet sich aus Produktivitätsentwicklung und Inflation sowie einer Umverteilungskomponente. IG Metall-Bezirksleiter Jürgen Wechsler fasst die Diskussion in den bayerischen Betrieben zusammen: „Die Forderung spiegelt einen wirtschaftlichen Querschnitt durch die bayerische Metall- und Elektroindustrie wieder, also keineswegs nur ein paar besonders gut dastehende Unternehmen. Die Branche verdient gerade in Bayern gut, die ökonomische Gesamtsituation ist keineswegs so eingetrübt, wie es die Arbeitgeber im Vorfeld von Tarifrunden grundsätzlich gern darstellen. Dabei spielen sie immer wieder mit dem Feuer und riskieren, die angebliche Zurückhaltung bei Investitionen und Konsum mit ihren übertriebenen Unkenrufen erst herbeizureden.“

Zwei so genannte qualitative Forderungen stehen nach dem Willen der Tarifkommission gleichwertig neben der Entgelterhöhung. „Einen Tarifabschluss ohne vernünftige Lösungen auch für diese Forderungen wird es nicht geben“, unterstreicht Wechsler. Die verbesserte Neuauflage der Altersteilzeit ist dringend erforderlich, um der Arbeitsrealität in den Unternehmen gerecht zu werden, betont Wechsler: „Man kann die Vielfalt in den Betrieben nicht einfach per Gesetz über einen einheitlichen Kamm scheren. Was für Beschäftigte einer Gießerei beim Ausstieg aus dem Erwerbsleben richtig ist, kann für die eines Software-Entwicklers völlig falsch sein; dazu kommen noch Aspekte wie individuelle Lebenspläne. Ohne tariflich definierte flexible Ausstiegsmöglichkeiten ist der Übergang in die Rente nicht für alle Beteiligten angemessen in den Griff zu bekommen.“

Die Bildungsteilzeit könnte analog zu den bekannten Blockmodellen in der Altersteilzeit gestaltet werden, so dass Beschäftigte in einer ersten aktiven Phase im Betrieb finanzielle und zeitliche Ansprüche für eine zweite Phase erwerben, die sie zur Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen nutzen. Der Bedarf nach einer tariflichen Regelung dieses Themas ergibt sich auch aus der immer schnelleren Entwicklung der Arbeitswelt: „Wenn Weiterbildung darauf beschränkt bleibt, den unmittelbaren Bedarf des Arbeitgebers zu decken, wird ein großer Teil der Beschäftigten ausgebremst. Das bedeutet nicht nur eine ungerechte Verteilung der Chancen auf beruflichen Aufstieg, sondern vernichtet auch Qualifizierungspotenzial. Gerade die Arbeitgeber mit ihren Klagen um den Fachkräftemangel haben eigentlich allen Grund, diese Situation mit tariflichen Regelungen zu verbessern“, erklärt Wechsler.


Der Beschluss der bayerischen Tarifkommission wird mit denen der anderen Tarifbezirke nun an den Vorstand der IG Metall weitergeleitet, der am 11. November in Frankfurt eine Forderungsempfehlung formuliert. Nach weiterer Diskussion auf dieser Grundlage wird über die endgültige Forderung am 27. November entschieden.

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