20.10.2014
Tarifrunde 2015: Aktionswoche

Die Arbeitgeber haben in einem ersten Tarifgespräch zu den qualitativen Forderungen - verbesserte Altersteilzeit und Zeit für Bildung - klare Ablehnung signalisiert. Statt dessen wollen sie das Rad der Zeit zurückdrehen und jede Verbindlichkeit abschaffen - Grund genug, die Forderungen mit Schwung in die Betriebe zu tragen.

WIR für mehr

In diesem Sinne finden in vielen Betrieben der bayerischen Metall- und Elektroindustrie in der Woche vom 20. bis zum 24. Oktober Aktionen statt, bei denen ausführlich über die Forderungen für die Tarifrunde informiert wird. Im Mittelpunkt steht das zentrale Motto "WIR für mehr", sichtbar gemacht durch auffällige Blickfänger. Aktuelle Tarifnachrichten (siehe Download) fassen zusammen, worum es geht: "WIR kämpfen für ein höheres Entgelt und für bessere Arbeitsbedingungen, WIR brauchen mehr Zeit und Geld für die Qualifizierung, und WIR wollen eine praktikable Lösung zur Altersteilzeit erreichen, die den Beschäftigten die Möglichkeit zu einem rechtzeitigen und abgesicherten Ausstieg aus dem Berufsleben sichert."

Zeit und Geld für flexible Ausstiegsmöglichkeiten ...

Die Belegschaften werden immer älter, alternsgerechte Arbeitsplätze aber bleiben vielerorts Mangelware. Während die Regelungen zur Rente mit 67 bereits zu greifen beginnen, wollen rund zwei Drittel der Beschäftigten nicht später in den Ruhestand gehen, sondern früher. Der bisherige Tarifvertrag zur Altersteilzeit (TV FlexÜ) verliert aufgrund der neuen gesetzlichen Bestimmungen zur Rente ab 63 nach 45 Versicherungsjahren seine Gültigkeit. Bei einer neuen Auflage will die IG Metall Bayern Verbesserungen erreichen, beispielweise für Beschäftigte der unteren Entgeltgruppen, die sich einen vorzeitigen Ruhestand oft schlicht nicht leisten können. Die Arbeitgeber hingegen wollen völlig willkürlich über Altersteilzeitmaßnahmen entscheiden und obendrein gesundheitliche Aspekte zur Bedingung machen.

... und Qualifizierung

Handlungsbedarf gibt es auch in Sachen Bildung. In der Beschäftigtenbefragung der IG Metall gaben 70 Prozent der Befragten an, für ihre Arbeit Weiterbildung zu benötigen, fast 60 Prozent beklagten unzureichende Qualifizierungsmaßnahmen in den Betrieben. Die IG Metall fordert daher eine neue Teilzeitregelung für die Qualifizierung. Diese kann ähnlich gestaltet sein wie die Altersteilzeit, also mit Freistellungsansprüchen und einem finanziellen Ausgleich. So bekämen auch KollegInnen mit geringerem Einkommen realistische Chancen, sich zu qualifizieren.

Fairer Anteil, Impuls für die Wirtschaft

Zu guter Letzt wird es natürlich auch Zeit, dass die Beschäftigten ihren gerechten Anteil an gestiegenen Umsätzen, Gewinnen und Produktivität bekommen. Außerdem wird damit der Binnenmarkt gestärkt, was mittlerweile selbst Bundesbank und Europäische Zentralbank zu der Erkenntnis bewegt hat, dass höhere Tarifabschlüsse volkswirtschaftlich allen nützen. In den vergangenen Tarifrunden hat die IG Metall diesen Effekt durch ordentliche reale Entgelterhöhungen unterstützt - und das soll auch 2015 wieder so sein.

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