17.10.2014
Textil und Bekleidung: Der Druck steigt

Am 16. Oktober ging in Heidenheim auch die zweite Tarifverhandlung in der westdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie ergebnislos zu Ende. Die IG Metall wirft den Arbeitgebern eine Blockade vor und will nun bis zur dritten Runde Mitte November den Druck deutlich erhöhen.

Ablehnung ohne Gegenangebot

Bereits die Verhandlung in Heidenheim war von einer Protestkundgebung begleitet, die rund 250 Beschäftigte von Textil- und Bekleidungsfirmen aus Heidenheim und Umgebung vor dem Verhandlungslokal durchführten. Sie unterstrichen draußen, was die IG Metall drinnen forderte: fünf Prozent mehr Entgelt sowie verbindliche Regelungen zu Altersteilzeit und Übernahme von Ausgebildeten. Die Arbeitgeber legten wie schon in der ersten Runde kein Gegenangebot vor.

Kein Grund auf der Bremse zu stehen

IG Metall-Verhandlungsführer Manfred Menningen fasste nach rund drei Stunden Verhandlung die Situation zusammen: "Mit ihrer Blockadehaltung provozieren die Arbeitgeber die Beschäftigten. In der dritten Runde muss endlich ein vernünftiges Angebot auf den Tisch, das die Belegschaften angemessen an der wirtschaftlichen Situation beteiligt. Die Forderung fair und von den Betrieben auch bezahlbar." Tatsächlich ist die reale wirtschaftliche Lage der Betriebe besser als die Stimmung der Branche: In den ersten sieben Monaten des Jahres verbuchte die Textil- und Bekleidungsindustrie Anstiege für Umsatz, Produktion und Verkaufspreise.

Der aktuelle Tarifvertrag von Ende 2012 läuft am 31. Oktober 2014 aus, gleichzeitig endet die Friedenspflicht. Mitte November treffen sich die Tarifvertragsparteien in Nordrhein-Westfalen zur dritten Verhandlung.

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