10.10.2014
Gender-Gap: Bayern hinkt besonders

Der Tag der Entgeltgerechtigkeit markiert den Punkt im Jahr, an dem Männer im statistischen Durchschnitt das Jahresentgelt von Frauen erreichen. Bundesweit ist dies 2014 der 10. Oktober, in Bayern hingegen schon früher.

Durchschnittsbruttoverdienst / Monat (ohne Sonderzahlungen) in ausgewählten Berufen.

Laut statistischem Bundesamt lag der Entgeltunterschied im Jahr 2014 bundesweit bei 22 Prozent; Bayern legt mit 25 Prozent noch einen drauf. Die unrühmliche Entgeltlücke hat eine Vielzahl von Gründen: Oft werden Frauen für ein und dieselbe Tätigkeit einfach schlechter bezahlt als Männer, generell sind "typische" Frauenberufe grundsätzlich niedriger bezahlt, obendrein arbeiten Frauen aufgrund der traditionellen Rollenverteilung in der Familie deutlich öfter in Teilzeit oder atypischen Beschäftigungsverhältnissen.

Traurige Tatsache

"Ab heute arbeiten Frauen umsonst" überschreibt der bayerische DGB seine eindringliche Kritik an diesem Zustand, der sich trotz zahlloser Absichtserklärungen und Lippenbekenntnisse seit Jahren nicht erkennbar verbessert. Verena Di Pasquale, stellvertretende Vorsitzende des DGB Bayern, fasst zum zehnten Oktober zusammen: "Entgeltungleichheit von Männern und Frauen ist auch im Jahr 2014 eine traurige Tatsache." Die DGB-Gewerkschaften fordern seit langem konkrete Schritte von der Politik, aber auch von den Arbeitgebern. Auf der Agenda stehen in diesem Zusammenhang unter anderem substantielle Verbesserungen der völlig unzureichenden Infrastruktur zur Betreuung von Kindern und grundlegende Weichenstellungen für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Lohndiskriminierung ausräumen

Einen Lichtblick stellt das von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig mehrfach angekündigte Entgeltgleichheitsgesetz an, dessen Eckpunkte noch in diesem Jahr feststehen sollen. Schwesig erklärt, die indirekte Lohndiskriminierung unter anderem "durch eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Aufwertung von typischen Frauenberufen wie in der Pflege und ein Rückkehrrecht von Teilzeit auf Vollzeit" anpacken zu wollen. Entsprechende Äußerungen waren freilich schon in der Vergangenheit oft zu hören - es wird sich zeigen, inwiefern dieses Mal den Worten Taten folgen.

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