09.10.2014
IG Metall Bayern stellt sich gegen Schlingerkurs bei der Energiewende

(Pressedienst 18/2014: Unverständnis für aktuelle Äußerungen von Staatsregierung und vbw) Mit Unverständnis und Kritik hat die IG Metall Bayern die jüngsten Äußerungen des bayerischen Ministerpräsidenten zur Kenntnis genommen, von denen in den Medien unter dem Stichwort „Trassenkampf“ berichtet wurde.

Horst Seehofer hatte in diesem Zusammenhang vor dem Hintergrund der kontroversen Diskussion um Stromtrassen die Umstellung auf erneuerbare Energien zugunsten einer Versorgung mit Gas in Frage gestellt.

„Die von einer breiten gesellschaftlichen Mehrheit getragene Entscheidung für eine konsequent umgesetzte Energiewende wird durch ständige Richtungswechsel bis hin zum Zurückrudern auf unverantwortliche Weise unterlaufen. Wir werden das Ziel einer an ökologischer und wirtschaftlicher Nachhaltigkeit ausgerichteten, zuverlässigen Energiewende nicht verwässern lassen oder gar aufgeben. Zu ihr gibt es keine vernünftigen Alternativen, alle anderen Ansätze können bestenfalls eine technologisch bedingte Übergangslösung darstellen.“, fasst Bezirksleiter Jürgen Wechsler die Position der IG Metall Bayern zusammen. Darüber hinaus birgt eine Abkehr von der Energiewende auf Basis erneuerbarer Energien die Möglichkeit erheblicher Risiken für die Arbeitsplätze in der bayerischen Industrie.

Dass die bayerischen Arbeitgeber den Schlingerkurs der Staatsregierung unterstützen, ist aus Sicht der IG Metall Bayern mehr als bedenklich und gefährdet letztlich den Industriestandort Bayern. Wechsler kritisiert in diesem Zusammenhang: „Statt über Tariferhöhungen und die Verbesserung von Arbeitsbedingungen zu lamentieren, sollte sich der Arbeitgeberverband besser für eine langfristig nachhaltige Energieversorgung einsetzen. Wenn er sich in dieser Frage als Trittbrettfahrer der Staatsregierung hergibt, vernachlässigt er seine Verantwortung für die Zukunft des Industriestandortes und seiner Beschäftigten.“ Eine tragfähige Lösung darf nach Auffassung der IG Metall auch kontroverse Elemente wie neue Stromtrassen nicht zugunsten eigener Kraftwerke grundsätzlich völlig ausschließen, so Wechsler abschließend: „Wenn jemand von der norddeutschen Küste in den Alpen wandern will, nimmt er ja auch Bahntrassen und Autobahnen in Kauf und versucht nicht, die Berge in der eigenen Region aufzubauen.“

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