09.07.2014
Empfehlung für qualitative Forderungen

Über die qualitativen Forderungen für die kommende Metall- und Elektrotarifrunde wird bereits seit einiger Zeit gesprochen. Jetzt hat der Vorstand der IG Metall seine offizielle Empfehlung für sie ausgeprochen, die in den kommenden Wochen als Grundlage für die Diskussion der Tarifkommissionen dient.

Tarifpolitik für die Arbeitswelt von morgen

"Wir streben zur Fortentwicklung der Arbeitszeitpolitik Regelungen zur Bildungs- und Altersteilzeit an. Diese qualitativen Forderungen ergeben sich aus der IG Metall-Beschäftigtenbefragung", erklärte der erste Vorsitzende der IG Metall, Detlef Wetzel, am Dienstag. Der Wunsch nach mehr Zeitsouveränität hat sich vor dem Hintergrund steigender betrieblicher Anforderungen nach höherer Arbeitszeitflexibilisierung als zentrales Thema für die Beschäftigten herauskristallisiert, weshalb gilt: "Flexibilität darf keine Einbahnstraße sein. Die Beschäftigten erwarten als Gegenleistung und Wertschätzung für ihre Arbeitsleistung und Flexibilität gleichermaßen individuelle Gestaltungsspielräume. Nur so können sie Arbeit und Leben miteinander vereinbaren."

Aufstiegschancen für alle

Jörg Hofmann, zweiter Vorsitzender der IG Metall, betonte den tariflichen Regelungsbedarf in Form von Bildungsbausteinen bei der beruflichen Entwicklung: "Mit einer Bildungsteilzeit wollen wir die Aufstiegschancen für alle eröffnen. Die Beschäftigten brauchen sowohl eine finanziell, als auch eine zeitlich gesicherte Möglichkeit zur qualifizierten beruflichen Weiterbildung." Ein Schwerpunkt dabei muss nach seiner Auffassung die Verbesserung beruflicher Entwicklungschancen für an- und ungelernte Beschäftigte sein. Auch für Beschäftigte mit dualer Ausbildung brauche es belastbare Wege für berufliche Entwicklung durch Bildungsanstrengung: "Fehlende Zeit und fehlendes Geld für berufliche Entwicklung sind dabei die größte Hemmnisse."

Flexibler Ausstieg unverzichtbar

Hofmann wies außerdem auf die Verhandlungsverpflichtung der Tarifparteien hin, die sich aus der Einführung der abschlagsfreien Rente mit 63 zum 1. Juli 2014 ergibt. Die bisherigen tarifvertragliche Regelungen zur Altersteilzeit müssen entsprechend angepasst werden, wobei flexible Altersübergänge unverzichtbar bleiben.

Während der geltende Tarifvertrag erst zum 31. Dezember 2014 ausläuft, wollen IG Metall und Gesamtmetall schon deutlich vorher Gespräche zu den qualitativen Themen aufnehmen. Mit Blick auf die ab Jahreswechsel anstehenden Verhandlungen um die Entgelterhöhung sollen nach Möglichkeit schon bis zum November Eckpunkte zur Lösung der qualitativen Forderungen erarbeitet werden.

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