08.07.2014
Abschluss in der Stahlindustrie

Mehr Geld und erste Standards für Werkverträge - mit dieser Formel lässt sich der Abschluss für die westdeutsche Stahlindustrie zusammenfassen, der am Dienstag Morgen nach 12 Stunden Verhandlung in Gelsenkirchen erzielt wurde. Die Entgelte steigen rückwirkend zum 1. Juli in zwei Stufen um insgesamt vier Prozent, hinzu kommen Vereinbarungen zu Azubis, Altersteilzeit und Werkverträgen.

Vor der Verhandlung war keinesfalls sicher, dass es zum Ergebnis kommen würde. Rund 350 Beschäftigte demonstrierten am Montag vor dem Verhandlungslokal für ihre Forderungen, NRW IG Metall-Bezirksleiter und Verhandlungsführer Knut Giesler betonte, es gäbe "keine Lösung um jeden Preis". Dann aber wurde der Knoten durchschlagen, und das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Erstmals tarifvertragliche Regelungen zu Werkverträgen

Ab dem 1. Juli 2014 werden die Löhne und Gehälter um 2,3 Prozent steigen, um weitere 1,7 Prozent ab dem 1. Mai 2015. Alle Auszubildenden erhalten monatlich 36 Euro mehr. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 17 Monaten bis zum 31. Oktober 2015 und gilt für rund 75.000 Beschäftigte in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen. Werkunternehmen werden künftig ausdrücklich verpflichtet, Arbeitszeiten einzuhalten und Sicherheitseinweisungen durchzuführen. Vor Auftragsvergabe an ein Fremdunternehmen ist zu prüfen, ob die Arbeit nicht von den eigenen Mitarbeitern geleistet werden kann, außerdem erhalten die Werkvertragsnehmer ein Beschwerderecht.

Entsprechend positiv war die erste Bewertung durch Jörg Hofmann, den zweiten Vorsitzender der IG Metall. Er äußerte sich am Dienstag in Brüssel am Rande der Eröffnung des dortigen IG Metall-Büros: "Es ist gelungen, neben einer Entgelterhöhung die Beschäftigungsbrücke zwischen Jung und Alt zu sichern." Verbindliche Vereinbarungen zu Altersteilzeit und Werkverträgen sowie die Verlängerung der geforderten Azubi-Übernahme über 2016 hinaus runden das Ergebnis ab.


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