05.07.2014
IG Metall Bayern stimmt sich für die nächste Tarifrunde ein

(Pressedienst 16/2014: 64. ordentliche Bezirkskonferenz der IG Metall Bayern) Rund 150 Delegierte und Gäste der IG Metall Bayern trafen sich am Samstag, den 5. Juli, in Unterschleißheim bei München zu ihrer 64. Ordentlichen Bezirkskonferenz.

Im Rahmen des Geschäftsberichtes wurden mit breiter Zustimmung die gesetzlichen Entscheidungen des Bundestages zum Renten- und Mindestlohn-Paket quittiert. Jürgen Wechsler, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, begrüßte diese gesetzlichen Änderungen mit Stolz: „Ohne den Druck der Gewerkschaften und die vielfältigen Aktionen und Aktivitäten der IG Metall wäre dieser Politikwechsel nicht möglich gewesen.“ Wechsler stellte aber auch kritisch fest: „Bei der gerechten Bezahlung der Arbeitnehmer haben wir erst einen ersten Schritt getan. Insbesondere bei den Themen Leiharbeit und Werkverträgen müssen weitere Schritte folgen.“

Gleiches gilt laut Wechsler auch beim Thema Rente: Flexible Renteneintrittsmöglichkeiten und das Niveau der Rente bleiben weiterhin auf der Tagesordnung der gewerkschaftlichen Zielsetzungen. Wechsler: „Wir wollen weiterhin, dass Menschen, die 40 Jahre gearbeitet haben, die Möglichkeit erhalten in Rente zu gehen.

Wechsler rief die Delegierten auf, sich ab sofort auf die nächste Tarifbewegung in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie vorzubereiten. Dabei geht es auch um qualitative Themen, wie die Weiterentwicklung des Altersteilzeitvertrages oder Möglichkeiten zur Weiterqualifizierung.  Der laufende Tarifvertrag läuft am 31.12.2013 aus. Im Herbst wird die Tarifkommission über die Forderung diskutieren und entscheiden müssen. Dazu hat im Vorfeld die Diskussion in den Gremien und mit den Mitgliedern in den Betrieben begonnen.

Die Mitgliederentwicklung der IG Metall ist erfreulich: Ende 2013 verzeichnete die IG Metall im vierten Jahr in Folge einen Mitgliederzuwachs und hat mit fast 370.000 Mitgliedern abgeschlossen. Besonders erfreulich sind die überproportionalen Zuwächse der betriebsangehörigen Mitglieder und der Jugendlichen.

Bei der Nachwahl für den Beirat der IG Metall wurde die Kollegin Sonja Meister, Betriebsratsvorsitzende der FTE Automotive in Ebern, gewählt. Die Nachwahl war notwendig, da ihr Vorgänger Jürgen Hennemann im Frühjahr in Ebern zum Bürgermeister gewählt wurde. Der Beirat der IG Metall ist das höchste beschlussfassende Gremium zwischen den Gewerkschaftstagen und tagt viermal im Jahr. Die IG Metall Bayern entsendet insgesamt 13 Kolleginnen und Kollegen in den Beirat.

Eine gute Tradition der Bezirkskonferenz ist die Auszeichnung verdienter Arbeitnehmervertreter mit der „Hans-Böckler“-Medaille des DGB. In diesem Jahr erhielten die „Hans-Böckler“-Medaille Barbara Beck und Karl-Heinz Leitgeb. Barbara Beck war über 22 Jahre Betriebsratsmitglied bei der BMW AG in München. Viele Jahre wirkte sie im Arbeitskreis „Automobil“ und im Beirat der IG Metall mit. Karl-Heinz Leitgeb war 25 Jahre Betriebsrat, davon 17 Jahre Vorsitzender, bei der KSB in Pegnitz (Oberfranken). Leitgeb war viele Jahre Mitglied der bayerischen Tarifkommission für die Metall- und Elektroindustrie. Die Ehrung und Laudatio nahm der bayerische DGB-Vorsitzende Matthias Jena vor.

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