04.07.2014
Wem gehört die Zeit?

Diese Frage kristallisiert sich bei der Funktionärskonferenz der IG Metall Bayern als Dreh- und Angelpunkt ihres Themas "Zukunft der Arbeit" heraus. Über 550 MetallerInnen diskutieren in Unterschleißheim bis zum späten Freitag Nachmittag, welche Richtung die IG Metall in den kommenden Monaten mit dem Ziel sicherer und fairer Arbeit einschlägt.

Begrüßung und Einführung durch Jürgen Wechsler, ...

Beifall für Detlef Wetzel, ...

Perspektive der Staatsregierung von Christine Haderthauer, ...

wissenschaftliches Fundament von Ingrid Artus, ...

... und originelle Einwürfe von TobaBorke & Pheel.

Zurück zum gesicherten Normalarbeitsverhältnis

Bezirksleiter Jürgen Wechsler machte bereits bei seiner Einführung deutlich, was nicht nur aufgrund der großen Beschäftigtenbefragung im Jahr 2013 und der daran anschließenden Debatte zunehmend in den Mittelpunkt rückt:"Die IG Metall wird alles daran setzen, dass wir wieder zu Fairness und ein gesichertes Normalarbeitsverhältnis zurückkehren. Das altbewährte Prinzip 'ein Betrieb, eine Belegschaft' wird nicht nur in Frage gestellt, sondern radikal abgeschafft. Diese Entwicklung kann und will die IG Metall nicht akzeptieren."

Bildung, Flexibilität, Zeitsouveränität

Im Rahmen der Konferenz beschäftigten sich die TeilnehmerInnen, was Funktionäre und Beschäftigte zuvor bereits in den Betrieben, in Workshops und auf vorherigen Konferenzen auf bezirklicher Ebene diskutiert haben: sichere Arbeitsplätze und Einkommen, Bildungs- und Mitgestaltungsmöglichkeiten, Flexibilität und Zeitsouveränität im Sinne der ArbeitnehmerInnen sowie flexible Ausstiegsmöglichkeiten am Ende des Erwerbslebens.

Den beruflichen Aufstieg organisieren

Der erste IG Metall-Vorsitzende Detlef Wetzel erhielt hör- und sichtbare Zustimmung aus dem Plenum, als er in diesem Zusamenhang mit Verweis auf neue Herausforderungen der Arbeitswelt und die Ergebnisse der Beschäftigtenbefragung ankündigte: "Wir werden die Zeitsouveränität zu einem zentralen Ziel unserer zukünftigen Tarifpolitik machen. Als weiteres Kernthema definierte er bessere Möglichkeiten zur Weiterbildung, auch angesichts der Diskussion um den Fachkräftemangel: "Fort- und Weiterbildung sind neben dem Studium und der dualen Ausbildung aber der Schlüssel zur Sicherung der Fachkräftebasis im Land." In den Fokus der IG Metall rücken dabei oft vernachlässigte Gruppen: "Wir wollen den Blick vor allem auf die unteren und mittleren Einkommensgruppen legen. Wir wollen beruflichen Aufstieg organisieren."

Politische und wissenschaftliche Perspektiven

Anerkennung, wenngleich mit einer gewissen Distanz, erhielt Christine Haderthauer für ihren Beitrag. Als Staatsministerin für Bundesangelegenheiten und Sonderaufgaben vertrat sie die bayerische Staatsregierung und griff in ihrem Referat durchaus die eine oder andere gewerkschaftliche Bewertung der Entwicklungen der Arbeits- und Berufswelt auf. Viel Zustimmung gab es zu guter Letzt für Prof. Ingrid Artus von der Uni Erlangen-Nürnberg, die die Diskussion um sozialwissenschaftliche Aspekte ergänzte und den Forderungen der Arbeitnehmerseite bescheinigte, wesentlich zu einer tragfähigen Entwicklung von Arbeit und Gesellschaft beizutragen.

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