01.07.2014
Warnstreiks in der Stahlindustrie

Bis zur Metall- und Elektrotarifrunde ist es noch sechs Monate hin, wenngleich die Debatte über qualitative Forderungen in den Betrieben und Gremien schon begonnen hat. In der Stahlindustrie hingegen läuft die Tarifrunde bereits; nach drei ergebnislosen Verhandlungsrunden gibt es ab dem ersten Juli Warnstreiks in Nordrhein-Westfalen und Ostdeutschland.

Kämpferisch in NRW: jugendliche MetallerInnen mit Bezirksleiter Knut Giesler (Foto: Thomas Range).

Übernahme, Werkvertrag, Leiharbeit oder Arbeitsamt

Vor der dritten Verhandlung in NRW am 30. Juni hatten über 200 Jugend- und Auszubildendenvertreter den Arbeitgebern Geschenke übergeben, die symbolisch ihre aktuellen Perspektiven darstellen: stählerne Werkstücke mit dem Aufdruck "unbefristete Übernahme", "Werkvertrag", "Leiharbeit" oder "Arbeitsamt". Obwohl die Arbeitgeber ein gewisses Verständnis erkennen ließen, scheiterte die darauf folgende Verhandlung. Die IG Metall in NRW ruft daher die Beschäftigten in der Eisen- und Stahlindustrie in Nordwestdeutschland nun zu Warnstreiks vom 1. bis 4. Juli auf.

Arbeitgeber ohne Vorschlag in NRW ...

Bezirksleiter und Verhandlungsführer Knut Giesler nannte die bisherige Haltung der Arbeitgeber  eine Unverschämtheit: "Dass die Arbeitgeber bis jetzt nicht in der Lage sind, eigene Vorstellungen über die Erhöhung der Entgelte und die anderen Themen dieser Tarifrunde vorzulegen, ist vollkommen unverständlich. Die Arbeitgeber tragen die Verantwortung dafür, dass die Tarifauseinandersetzung jetzt schärfer wird." Die Aktionen sollen bis zur nächsten Verhandlung kontinuierlich gesteigert werden, die IG Metall rechnet mit mehreren tausend Warnstreikenden.

... und Ostdeutschland

Nicht besser sieht es erwartungsgemäß in der ostdeutschen Stahlindustrie aus. Olivier Höbel, Bezirksleiter der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen, fasste zusammen: "Die Arbeitgeber hatten zu keiner unserer Forderungen ein Angebot. Weder beim Einkommen, noch zu einem besseren Ausstieg älterer Beschäftigter sowie zur Regelung gegen den Missbrauch von Werkverträgen haben sie sich ernsthaft eingelassen. Damit provozieren sie Arbeitgeber den Konflikt."

Die IG Metall fordert für die in beiden Bezirken insgesamt rund 83.000 Beschäftigten der Stahlindustrie eine Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen um fünf Prozent. Außerdem soll der Tarifvertrag zur Altersteilzeit fortgeführt und an die veränderte Gesetzeslage - Stichwort Rente für langjährige Beitragszahler - angepasst werden, um den demografischen Wandel der Branche zu gestalten. Zu guter Letzt geht es um Regeln gegen den Missbrauch von Werkverträgen.

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