16.05.2014
Sorgen um Saurer-Standort

Die Beschäftigten von Saurer Components in Oberviechtach machen sich große Sorgen um die Zukunft ihres Standortes. Der chinesische Investor Jinsheng verkauft das Werk nach nur zehn Monaten an eine neu gegründete GmbH. Die Belegschaft hat dem Betriebsübergang nun komplett widersprochen.

Beschäftigte des Saurer-Werkes in Oberviechtach ...

... übergeben ihre Widersprüche am Standort Hammelburg.

Die 85 Saurer-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter wurden am siebten Mai schriftlich über den erneuten Verkauf ihres Werkes an die erst Anfang April gegründete Firma "Zentrum für Präzisionskomponenten GmbH" informiert. Bei diesem Betriebsübergang sehen die IG Metall Amberg und die Beschäftigten eine große Gefahr, dass der Standort und seine Arbeitsplätze mittelfristig verloren gehen.

Verschlungene Strukturen

Der Maschinenpark des Hauptgeschäfts nämlich soll bei Saurer bleiben und voraussichtlich 2015 nach Asien verlagert werden. Der restliche Maschinenpark wiederum geht nicht an die Käuferin, sondern an die Schweizer Maschinenholding RLD, deren drei Gesellschafter identisch mit denen des Zentrums für Präzisionskomponenten sind. Folglich würden sie über unterschiedliche Firmen die letztlich eigenen Maschinen Pachtverträge letztlich von sich selbst mieten - vertrauensfördern wirken derlei Strukturen nicht.

Die zurückbleibende Fertigung würde nach der Verlagerung des Hautpgeschäfts nur noch für einen Bruchteil der Beschäftigten ausreichen. Um den Standort zu erhalten, müsste das neue Unternehmen daher bis dahin im stark umkämpften Drittkundengeschäft Fuß fassen. Zu guter Letzt basieren all diese Planungen nur auf Absichtserklärungen.

Volles Risiko auf die Belegschaft geschoben

Sollte das geplante Vorhaben scheitern, stehen die Beschäftigten vor dem Nichts, denn in den ersten vier Jahren nach einer Neugründung gibt es bei betriebsbedingten Entlassungen keinen Sozialplan. Zusätzliche Unruhe erzeugt die Zusage Saurers an das für Zentrum für Präzisionskomponenten, einen bereits im Jahr 2011 abgeschlossenen Haustarifvertrag innerhalb von zwei Monaten nach Vertragsschluss zu kündigen.

Beschäftigte sind keine Manövriermasse

Die Beschäftigten haben vor diesem Hintergrund geschlossen ihre Widersprüche gegen den Betriebsübergang übergeben. Sie alle bieten Saurer Components weiter ihre Arbeitskraft an, wollen aber nicht als Manövriermasse in Geschäften mit zweifelhaftem Ausgang missbraucht werden. Was die Zukunft nun bringen wird, ist derzeit kaum abzusehen - ein Aus des Betriebes wäre allerdings ein harter Schlag für die ganze Region Oberviechtach. Die Amberger IG Metall und die Beschäftigten setzen daher gemeinsam alles daran, die Arbeits- und Ausbildungsplätze für die Zukunft zu erhalten und eine zukunftsfähige Lösung mit Saurer zu finden.

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