03.04.2014
Breite Unterstützung für Rente mit 63

Gegner der abschlagsfreien Rente für langjährig Versicherte führen gern als Argument ins Feld, sie ginge zu stark auf Kosten der jungen Generation und stoße daher besonders bei dieser auf hohe Ablehnung. "Stimmt nicht", lässt sich das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage zusammenfassen.

Generell gibt es für die sogenannte Rente mit 63 breite Unterstützung in der Bevölkerung, wie die Meinungsforscher von TNS Infratest bei einer Umfrage im Auftrag der IG Metall erneut feststellten. Neoliberale Gegner geben sich daher gern als Vertreter der Interessen junger Menschen, die angeblich als potenzielle Leidtragende gegen den vorzeitigen Renteneintritt seien. Die TNS-Umfrage kommt allerdings zu einem ganz anderen Bild, wie die IG Metall am zweiten April in einer Pressemitteilung bekanntgab: In der Altersgruppe der 18- bis 34-Jährigen liegt die Zustimmung mit 89 Prozent über dem ebenfalls beachtlichen Wert des Gesamtdurchschnitts aller Befragten von 87 Prozent.

Bewusste Irreführung

Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, übt entsprechend scharfe Kritik: "Wer, wie etwa der BDA-Präsident Ingo Kamer oder die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, mit der Ablehnung eines abschlagfreien Rentenzugangs für langjährige Versicherte die Belange der jungen Menschen zu vertreten vorgibt, führt die Bevölkerung wissentlich in die Irre. Die Interessen der Jugend sind anders gelagert, als dies in der öffentlichen Debatte immer wieder kolportiert wird. Wir reden nicht über die Jugend, wir reden mit ihr."

Über diese Erkenntnis hinaus lassen sich aus der Umfrage weiterre interessante Schlüsse ableiten. Das aktuelle Rentenpaket der Bundesregierung nämlich greift nach Meinung der Befragten noch zu kurz, was das die Höhe der Rente betrifft. Gerade einmal gut ein Viertel der der 18- bis 34-Jährigen glaubt, von der gesetzlichen Rente später gut leben zu können, 80 Prozent fordern folglich die Stabilisierung des Rentenniveaus. Dafür wäre die Mehrheit der abhängig Beschäftigten auch bereit, heute schon entsprechende Opfer zu bringen: 64 Prozent würden für eine höhere gesetzliche Rente einen höheren Rentenbeitrag in Kauf nehmen. Auch hier zeigt sich eine bemerkenswerte Kluft zwischen der öffentlich diskutierten, angeblichen und der tatsächlichen Meinung junger Menschen: Unter den 18- bis 34-Jährigen ist die Zustimmung dafür mit 74 Prozent nochmals zehn Prozent höher als im Gesamtdurchschnitt. Urban fasst zusammen: "Die Jugend will weitere Maßnahmen, an denen sie auch partizipiert. Dies gilt insbesondere für das Rentenniveau."

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