27.03.2014
Erfolgreiche Energiewende nur mit passenden Netzen

(Pressedienst 03 / 2014: IG Metall Bayern befürwortet sinnvollen Um- und Ausbau der Stromnetze) Die IG Metall Bayern spricht sich in der Debatte um neue Trassen zum Energietransport für einen sinnvollen Um- und Ausbau der Stromnetze aus. Bezirksleiter Jürgen Wechsler betonte dazu am 26. März in Bad Windsheim: „Zwingende Voraussetzung dafür sind der Atomausstieg und der Ausbau regenerativer Energien. Wird beides konsequent vorangetrieben, führt an neuen Stromtrassen und -speichern aus unserer Sicht kein erfolgversprechender Weg vorbei.“

Entscheidend ist dabei nach Auffassung der bayerischen IG Metall, dass Versorgungssicherheit, tragfähige Kostenstrukturen auch mit Blick auf Industrie und private Verbraucher, sowie ökologische Aspekte gleichermaßen berücksichtigt und pragmatische Lösungen gefunden werden.

Die IG Metall Bayern sondiert für dieses Ziel auch die Kooperation mit anderen Organisationen, wie Wechsler anlässlich einer Konferenz der bayerischen IG Metall-Geschäftsführer am 26. März in Bad Windsheim betonte. Gemeinsame Vorstellungen haben sich bereits mit dem BUND Naturschutz ergeben, dessen bayerischer Vorsitzender Prof. Dr. Hubert Weiger als Gast an der Konferenz teilnahm. Weiger begrüßte die Möglichkeiten der Zusammenarbeit: „Wenn wir die ökologisch-soziale Wende schaffen wollen, brauchen wir breite Bündnisse. Auf diesen Weg haben wir uns gemeinsam gemacht.“ In seinem Vortrag forderte er unter anderem umfassende Transparenz der Planungen zum Netzausbau, eine offene Diskussion und die Entscheidungshoheit in öffentlicher Hand: „Höchstspannungsleitungen sind zentrale Infrastrukturelemente, sie kann man nicht irgendwelchen privaten Investoren überlassen.“

Die IG Metall Bayern wird dezentrale Energieversorgungsstrukturen unterstützen, wo sie möglich sind. Dennoch ist sie sich bewusst, dass stromintensive Industriezentren und ländliche Regionen mit Stromgroßverbrauchern nicht gänzlich ohne zusätzlichen Stromtransfer innerhalb Bayerns nd die Zufuhr aus anderen Bundesländern auskommen werden, so Wechsler: „Die langfristig angestrebte Komplettversorgung mit erneuerbaren Energien benötigt einen Mix und eine großräumige Verteilung auf bundesweiter Ebene.“ An den aktuellen Trassenplanungen kritisiert die IG Metall Bayern die zu einseitige Ausrichtung an bestehenden Kohlekraftwerken statt am perspektivischen Ziel vorrangiger und letztlich vollständiger Versorgung mit erneuerbaren Energien. Zu prüfen ist in diesem Zusammenhang auch, ob Stromnetze als infrastrukturelle Daseinsfürsorge nicht dem Einfluss rein profitorientierter Unternehmen und Investoren zugunsten öffentlicher Verwaltung entzogen werden sollten.

Das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) als Motor des Ausbaus erneuerbarer Energien ist nach Überzeugung der IG Metall Bayern unverändert eine entscheidende Bedingung für den Erfolg der Energiewende. Seine Reform muss die entscheidenden Funktionsprinzipien - nach Technologien differenzierte Einspeisevergütung und Einspeisevorrang für EE-Anlagen - erhalten und zusätzlich den dynamischen Ausbau der erneuerbaren Energien in den Vordergrund stellen, erklärte Wechsler: „Grundlegende Eckpunkte für die EEG-Reform sind zum einen die Schaffung verlässlicher Rahmenbedingungen für den Ausbau der erneuerbaren Energien und dazu notwendige Investitionen in erneuerbare Technologien einschließlich entsprechender Beschäftigung. Zum anderen muss auch in Zukunft sichergestellt sein, dass die internationale Wettbewerbsfähigkeit energieintensiver Industrien nicht durch EEG-Umlagekosten gefährdet wird.“ Ein weiteres Ziel der Reform muss eine bessere Kostenverteilung bei gleichzeitiger Entlastung der Privathaushalte sein. Mit Blick auf dieses Ziel unterstützt die IG Metall die Einrichtung eines Energiewendefonds, der einen Teil der Kosten für die Technologieentwicklung erneuerbarer Energien übernimmt.

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