20.02.2014
Umverteilung von Beschäftigungsrisiken

Schon lange kritisiert die IG Metall, dass vor allem die junge Generation einen unverhältnismäßig großen Anteil der Belastungen unsicherer Beschäftigung tragen muss. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung untermauert diese Kritik mit einer neuen Untersuchung.

Rückgang um 22 Prozent

Am 19. Februar stellte das IAB seine Studie vor, die die Entwicklung der Beschäftigungsdauer von Mitte der 70er Jahre bis 2009 beleuchtet. Die Kernaussage: Während die durchschnittliche Beschäftigungsdauer insgesamt sich kaum verändert hat, ist sie bei der Altersgruppe bis 30 Jahre um sage und schreibe 22 Prozent geschrumpft. Umso gewichtiger ist diese Aussage, da Beschäftigungsarten mit generell kurzer Dauer, also etwa Auszubildende, Praktikanten, Werkstudenten und Minijobber, bereits außen vor gelassen wurden.

Anstieg von Befristungen

Die IAB-Arbeitsmarktforscher ziehen eine klare Schlussfolgerung aus dieser Feststellung: "Unsere Ergebnisse sind daher ein Hinweis darauf, dass eine Verlagerung oder Umverteilung von Beschäftigungsrisiken hin zu jüngeren Beschäftigten stattgefunden hat." Ergänzend verweisen sie auf einen spürbare Zunahme von befristeten Beschäftigungsverhältnissen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Innerhalb ihrer Gruppe sind erwartungsgemäß insbesondere niedrig qualifizierte Jüngere betroffen.

Keine Spur von Freiwilligkeit

Für die Stützung gelegentlicher Schutzbehauptungen von Arbeitgeberseite, beim Rückgang der Beschäftigungsdauer spielten auch freiwillige Wechsel eine Rolle, fanden die Wissenschaftler keine Anhaltspunkte, eher schon für das Gegenteil: Zurückgegangen sind nämlich nicht nur betriebliche Beschäftigungsdauern, sondern auch unterbrechungsfreie Gesamtbeschäftigungsdauern einschließlich Betriebswechseln.

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