03.02.2014
DGB Bayern: gestärkt in die kommenden Jahre

In Augsburg trafen sich am Wochenende die 100 Delegierten der acht Mitgliedgewerkschaften zur 20. Ordentlichen DGB-Bezirkskonferenz unter dem Motto "Gemeinsam für ein gerechtes Bayern". An zwei Tagen wählten sie die Führung des bayerischen DGB und formulierten ihre Positionen zu aktuellen und künftigen gewerkschaftlichen Themen.

Matthias Jena, in den vergangenen vier Jahren Vorsitzender des DGB Bayern, wurde mit 98 der 100 Delegiertenstimmen in seinem Amt bestätigt. Als seine Stellvertreterin wurde die 48-jährige Volkswirtin und Sozialökonomin Dr. Verena Di Pasquale mit 82 Stimmen neu gewählt, nachdem die bisherige Amtsinhaberin Christiane Berger nicht mehr kandidiert hatte. Außerdem beschloss die Bezirkskonferenz die Fusion der bisher 14 zu jetzt nur noch acht DGB-Regionen und wählte deren Geschäftsführer.

Jena und Di Pasquale bedankten sich für das Vertrauen der Delegierten und kündigten an, die vor dem DGB liegenden Herausforderungen mit aller Konsequenz angzugehen. Jena erklärte, eine dabei stehe eine neue Ordnung der Arbeit ganz oben auf der Agenda: "Wir wollen die Arbeits- und Lebensbedingungen für alle Beschäftigten verbessern. Dafür stellen wir bei dieser Bezirkskonferenz die Weichen." Di Pasquale bezeichnete den Ausbau der sozialen Sicherung und Verbesserung der Arbeitsbedingungen als Schwerpunkte ihrer Arbeit.

Sommer optimistisch für den DGB

Unter einer Reihe von Gästen der Konferenz befanden sich der DGB-Bundesvorsitzende Michael Sommer am Freitag sowie Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer am Samstag. Sommer forderte unter anderem nachdrücklich eine Versachlichung der öffentlichen Diskussion um die Arbeitnehmerfreizügigkeit und ihre wirklichen und scheinbaren Folgen. Der DGB hat nach seiner Überzeugung allen Grund, optimistisch in die Zukunft zu sehen "Wir sind gut aufgestellt, unsere Stimme wird gehört, wir sind akzeptiert als Interessenvertreter der Arbeitnehmerinnern und Arbeitnehmer und als Impulsgeber in wichtigen politischen Debatten. Wir sind mobilisierungs- und kampagnenfähig, fokussiert auf unsere zentralen Themen, haben Mehrheiten für viele unserer Positionen und genießen ein öffentliches Ansehen, wie es sich vor 10 bis 15 Jahren niemand hat vorstellen können."

Klare Worte an die Staatsregierung

Weniger auf sicherem Boden bewegte sich naturgemäß Bayerns Ministerpräsident, der trotz aller Gastfreundschaft auch klare Worte zu hören bekam. Unter anderem forderte Jena ihn auf, die im Koalitionsvertrag vorgesehenen Schritte ohne Aufweichungen umzusetzen und speziell in Bayern die angekündigten Maßnahmen endlich zu ergreifen. Ein Thema waren die Versuche der CSU, den zuvor vereinbarten Mindestlohn mit einer wachsenden Palette von Ausnahmen zu verwässern: "Wir wollen keine Schlupflöcher, mit denen verantwortungslose Arbeitgeber weiter Lohndumping betreiben können." Weitere Mahnungen an Seehofer betrafen ein ausgerechnet in Bayern immer noch ausstehendes Vergabegesetz, eine Lehrstellengarantie für Auszubildende wie durch Seehofer selbst angekündigt und ein bayerisches Weiterbildungsgesetz. Jenas Fazit an die Staatsregierung: "Wo immer Sie dazu beitragen wollen, dass Menschen von ihrer Arbeit gut leben können, haben Sie die Gewerkschaften an ihrer Seite. Sie können mit uns rechnen, Sie müssen aber auch mit uns rechnen."


Ausführliches Material zur 20. Ordentlichen Bezirkskonferenz gibt es direkt beim DGB Bayern sowie in seinem Blog zur Konferenz.

» drucken


+++ Wir ziehen um! +++

Ab 1. Juli 2019 lautet unsere neue Anschrift:

IG Metall Bezirksleitung Bayern
Werinherstraße 79
81541 München

 

 

Mehr Wert mit Tarif