17.01.2014
IG Metall begrüßt Rettung für Loewe, wirft aber Banken und Politik Versagen vor

(Pressedienst 01 / 2014) „Wir begrüßen die Rettung des bayerischen Traditionsunternehmens Loewe“, kommentierte der Bezirksleiter der IG Metall, Jürgen Wechsler, die gestrige Meldung, dass die Insolvenz des TV-Herstellers mit Sitz im oberfränkischen Kronach durch den Einstieg einer deutschen Investorengruppe abgewendet sei. Die Investoren wollen nach Angaben der Unternehmensleitung den Fortbestand der Traditionsmarke Loewe in deutscher Hand sichern.

Noch ist nicht bekannt, in welcher Struktur, mit welchen Bereichen und mit welchem Personalbestand das Unternehmen weitergeführt wird. Klar ist nur, dass die Belegschaft in Kronach noch einmal deutlich reduziert werden soll. Bezirksleiter Wechsler kritisiert das vorgelegte Beschäftigungskonzept, das nach zwei großen Abbauwellen Anfang und Mitte letzten Jahres eine weitere Reduzierung der Belegschaft auf deutlich weniger als 400 Beschäftigte vorsieht, mit deutlichen Worten: „Unsere Kolleginnen und Kollegen bei Loewe haben nicht zum ersten Mal auf Geld verzichtet, um ihre Arbeitsplätze zu retten. Seit einem Jahr spart das Unternehmen damit 5 Millionen Euro ein – den Personalabbau gar nicht gerechnet. Jetzt sollen noch einmal bis zu 200 Menschen gehen, und das nur, weil eine Marktentwicklung falsch eingeschätzt wurde und eine Reihe von Banken nicht bereit waren, entwickelte Konzepte zu unterstützen.“

Ab Montag beginnen die Gespräche zwischen Unternehmen, Betriebsrat und IG Metall über den geplanten Personalabbau und die Bedingungen der neuen Gesellschaften. „Die IG Metall wird für die Beibehaltung der Tarifbindung kämpfen und versuchen, möglichst viele Arbeitsplätze in Kronach zu erhalten“, erklärte der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Coburg, Jürgen Apfel. Er fügt hinzu: „Das Unternehmen Loewe gehört einfach zu unserer Region. Und wir wollen, dass nicht nur das Logo, sondern auch die Produktion hier bleibt.“

IG Metall Bezirksleiter Jürgen Wechsler sieht im Prozess der Investorensuche schwere Versäumnisse der beteiligten Banken: „Unsere Mitglieder waren immer bereit, ihren Beitrag zur Sanierung des Unternehmens zu leisten. Ganz anders die Banken: Sie hielten sich nicht nur vornehm zurück, sondern stellten immer neue Bedingungen, die letztlich nicht mehr erfüllbar waren.“ Nach dem Eindruck der IG Metall haben die beteiligten Banken vor allem ein Ausstiegsszenario gesucht, in dem sie auch noch ihre bisherigen Kredite zurückgezahlt bekommen. Auch von der Rolle der Landespolitik zeigte sich Wechsler enttäuscht: „Erst verkündet der Ministerpräsident vollmundig, dass es auf jeden Fall eine Landesbürgschaft geben werde, und am Ende ist die Bayerische Landesbank nicht einmal bereit, sich in dem Umfang wie die Arbeitnehmer zu engagieren. Gerade die Bayerische Landesbank und die Commerzbank müssten aus eigener Erfahrung wissen, wie gut es tut, wenn einem geholfen wird.“, sagte Wechsler.

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