16.12.2013
Reicht die Rente?

Diese Frage stellen sich viele, wenn der Ausstieg aus dem Erwerbsleben näherkommt. Die Antwort ist nur für eine Minderheit beruhigend: Nur 17 Prozent erwarten laut der DGB-Studie "Arbeitsqualität und Rente in Bayern", mit der Rente ihren Lebensstandard im Alter halten zu können.

"Für viele Menschen wird es auch in Bayern zunehmend schwieriger, von der eigenen Rente im Alter leben zu können", warnte der DGB Bayern bei der Vorstellung seiner Erhebung vergangene Woche in München. Im Rahmen des "DGB-Index Gute Arbeit" wurden für sie Beschäftigte in Bayern ausführlich zu ihrer Arbeitsqualität und zu ihren Erwartungen bezüglich ihrer zukünftigen Arbeitsfähigkeit und Rentenhöhe befragt.

Düstere Aussichten

Die zentralen Fragen: "Glauben Sie, bis zum Renteneintrittsalter arbeiten zu können?" und "Wird ihre Rente im Alter zum Leben ausreichen?" Entsprechend eindeutig sind die Kernaussagen. Nur 42 Prozent der Befragten gehend davon aus, sie ihre derzeitige Tätigkeit bis zum gesetzlichen Rentenalter uneingeschränkt ausüben können, 45 Prozent rechnen nicht damit. Noch düsterer sieht es mit den Erwartungen hinsichtlich der Rentenhöhe aus: Magere Nur 17 Prozent der Beschäftigten denken, dass ihre Rente im Alter sehr gut (1%) oder gut (16%) reichen wird. Die große Mehrheit befürchtet folglich, dass die Rente gerade so (40%) oder aber nicht (43%) ausreichen wird.

Zeitbombe Altersarmut

Dass diese Einschätzungen durchaus nicht aus der Luft gegriffen sind, belelgen die aktuellen Zahlen zur Rentenentwicklung. Bayern verzeichnet im Vergleich der Bundesländer sehr niedrige Rentenzahlbeträge und eine entsprechend hohe Armutsrisikoquote bei Älteren. So waren 2012 14,3 Prozent aller Bayern als armutsgefährdet eingestuft, bei über 65-Jährigen gar 21,3 Prozent - der höchste Wert aller Bundesländer. Das Fazit des DGB widerspricht allen politischen Beschwichtigungsversuchen: "Von der eigenen Rente im Alter leben zu können, wird für viele Menschen, auch in Bayern, zunehmend schwieriger. Schon heute ist Altersarmut ein Problem."

Probleme an der Wurzel packen

Die von der großen Koalition vereinbarte Änderung des Mindestrentenalters für langjährige Beitragszahler sind vor diesem Hintergrund ein richtiger, aber nicht ausreichender Schritt. Die Rente mit 67 hat nach wie vor keine Grundlage in den Betrieben, wo es an der Bereitschaft zur Schaffung alternsgerechter Arbeitsbedingungen mangelt; gleichzeitig sind die Chancen Älterer auf dem freien Arbeitsmarkt unverändert gering; eine Untergrenze des sinkenden Rentenniveaus schließlich sucht man im Koalitionsvertrag vergebens. Für das Altersarmutsrisiko ursächliche Probleme, allen voran der ausufernde Niedriglohnsektor, bleiben ebenfalls weitgehend unangetastet. Der DGB bringt es auf einen einfachen Nenner: "Wer mit dem Gehalt nicht auskommt, dem wird die Rente erst recht nicht reichen."


Die Studie "Arbeitsqualität und Rente in Bayern" kann man als PDF beim DGB Bayern herunterladen.

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