22.11.2013
Führungswechsel bei der BDA

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) hat einen neuen Präsidenten: Dieter Hundt hat nach knapp 17 Jahren im Amt das Zepter an Nordmetall-Chef Ingo Kramer übergeben.

Vielbeschäftigter BDA-Präsident: Ingo Kramer (Foto: BDA)

Die Mitgliederversammlung der BDA wählte Kramer am 18. November in Berlin für eine zweijährige Amtszeit. Er ist bereits seit 2003 im Präsidium der Vereinigung vertreten und war seit 2011 ihr Vizepräsident. Auch in der Metall- und Elektroindustrie ist Kramer kein Unbekannter, als Nordmetall-Vorsitzender war er von 2001 bis 2011 Verhandlungsführer in den norddeutschen Tarifrunden. Außerdem ist er laut BDA-Pressemitteilung Präsident der Landesvereinigung der Arbeitgeber- und Unternehmensverbände in Bremen, Vorstandsvorsitzender der Stiftung der Deutschen Wirtschaft sowie Präsident der Industrie- und Handelskammer Bremerhaven -  das alles neben seiner Arbeit als geschäftsführender Gesellschafter des dort ansässigen Familienunternehmens J. Heinr. Kramer.

Nicht nur für dass Arbeitgeberlager erfordert der Wechsel an der BDA-Spitze nach knapp 17 Jahren Dieter Hundt eine Umgewöhnung. DGB-Vorsitzender Michael Sommer dankte diesem für die trotz aller Gegensätze gute Zusammenarbeit: "Natürlich haben wir auch manchen Streit miteinander ausgetragen. Das hat im Bündnis für Arbeit angefangen, setzte sich beim Thema Mitbestimmung fort und war mit Ihrer Ablehnung des Mindestlohns noch nicht zu Ende. Doch auch der Streit in der Sache war geprägt von einem Suchen nach gemeinsamen Lösungen und nie so heftig, dass die Gesprächsfäden zwischen uns abgerissen wären."

Kramer bot Sommer eine Fortsetzung dieser Zusammenarbeit an und betonte deren Bedeutung: "Die BDA und der DGB sind zwei zentrale Säulen der sozialen Marktwirtschaft. Und sie werden in der aktuellen wirtschaftlichen und politischen Situation dringender gebraucht denn je. Die Eurokrise, der demografische Wandel, aber auch die Digitalisierung der Wirtschaft und ganzer Lebensbereiche zeigen, dass unser Land, aber auch unsere Organisationen, vor großen Herausforderungen stehen, die Gestaltungsideen erfordern. Ich bin davon überzeugt, dass wir sie besser im Miteinander als im Gegeneinander entwickeln können. Allerdings wissen wir beide auch genau um die unterschiedlichen Aufgaben und Ziele unserer Organisationen, die auch manchen Streit nach sich ziehen werden." Für letzteres sprechen unter anderem manche Positionen Kramers als Nordmetall-Chef; so bekämpfte er unter anderem jahrelang unnachgiebig die Anstrengungen der IG Metall gegen die Auswüchse der Leiharbeit.

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