14.10.2013
Sinkendes Vertrauen in die Rente

Jedes Jahr erhebt der DGB-Index Gute Arbeit unter anderem, wie es um das Vertrauen der Beschäftigten in ihre spätere Rente bestellt ist. Das aktuelle Ergebnis bestärkt den Eindruck wachsender Verunsicherung: Mittlerweile 42 Prozent befürchten, dass ihre Bezüge nicht zum Leben reichen werden.

Trend nach unten

Das schon damals nicht üppige Vertrauen in ihre künftige Altersversorgung habe damit seit der letzten Befragung vor einem Jahr weitere vier Prozent der Befragten verloren. Weitere 40 Prozent erwarten, dass ihre Rente "gerade ausreichen" wird, um das Leben im Ruhestand zu finanzieren; folglich glauben nur magere 18 Prozent der Beschäftigten in Deutschland, dass ihre Rente gut oder sehr gut dafür ausreichen wird.

Die vielbeschworene betriebliche Säule der Altersvorsorge scheint die erwarteten Versorgungslücken der gesetzlichen Rente kaum ausgleichen zu können. Zwar hat sie sich in einigen Branchen gut entwickelt, unter dem Strich jedoch hat mit 31 Prozent ein knappes Drittel der Beschäftigten gar kein Arbeitgeberangebot zu betrieblichen Vorsorge erhalten, weitere 38 Prozent nur in geringem Maße.

DGB fordert Gegensteuern

Der DGB fordert bei Vorstellung der Ergebnisse am Montag in Berlin die Bundesregierung zum Gegensteuern auf, um das drohende Absacken des Rentenniveaus zu bremsen. Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach betonte: "Die Altersarmut, die uns in Zukunft droht, ist vermeidbar, wenn der Rentenversicherungsbeitrag nicht weiter gesenkt, sondern eine solidarische Demografie-Reserve in der gesetzlichen Rentenversicherung aufgebaut wird. Der Beitragssenkungsstopp hat oberste Priorität, denn der Rentenbeitrag für das nächste Jahr muss noch im Herbst festgelegt werden."

Finanzielles Fundament stabilisieren

Statt der Beitragssenkungen tritt der DGB dafür ein, die zu erwartende Beitragsanhebung in kleinen Schritten vorzuziehen, um wenigstens das aktuelle Rentenniveau langfristig zu finanzieren. Buntenbach fasst zusammen: "Wir brauchen einen neuen Rentenkonsens, um zumindest die Spielräume innerhalb der Beitragsdeckelung von 22 Prozent für eine ausreichende Rente zu nutzen. Die neue Wahlperiode ist von zentraler Bedeutung für die Zukunft der Rente. Es muss verhindert werden, dass die Nachhaltigkeitsrücklage leer geräumt wird."

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