10.10.2013
Wer mehr verdient, lebt länger

Wohlstand macht das Leben nicht nur zumindest in materieller Hinsicht angenehmer, sondern verlängert es auch. Forscher des Max-Planck-Institutes für demografische Forschung haben herausgefunden, dass zunehmend vom Einkommen abhängt, wie stark man von der insgesamt steigenden Lebenserwartung in Deutschland profitiert.

Verbleibende Lebenserwartung in Jahren ab 65 (Grafik: Max-Planck-Institut für demografische Forschung).

"Arme sterben jünger"

- so lautet der zusammenfassende Titel der Veröffentlichung der Forscher, in der sie die Ergebnisse ihrer Untersuchung umfangreicher Daten aus der Rentenversicherung vorstellen. Demnach steigt zwar die durchschnittliche Lebenserwartung in allen Schichten, aber: "Bei Männern mit sehr niedrigen Renten wesentlich langsamer als bei besser gestellten Altersgenossen."

Wachsender Abstand

Eine weitere Erkenntnis ist, dass dieser Abstand sich mit der Zeit weiter vergrößert. Lag er Mitte der 90er Jahre schon bei über drei Lebensjahren, stieg er bis 2008 um weitere 1,5 bis 2 Jahre. Die Forscher nennen ein Zahlenbeispiel: "Das heißt, 65-Jährige mit sehr kleinen Renten durften im Jahr 2008 mit einer Lebenserwartung von 79,8 Jahren rechnen. Für gleichaltrige Rentner mit hohen Bezügen ergab sich dagegen eine Lebenserwartung von 84,3 Jahren."

In ihre Untersuchung ließen die Forscher alle in irgendeiner Weise relevanten Faktoren einfließen, weshalb übrigens auch Frauen wegen deutlich schwerer zu ermittelnder Einkommensstrukturen nicht berücksichtigt wurden. Das Fazit unterstreicht eindringlich die Bedeutung politischer Schritte zum Verkleinern der Einkommensunterschiede. Ihr Ergebnis sei eindeutig, betonen die Wissenschaftler: "In allen untersuchten Zeiträumen haben einkommensschwache Rentner die höchste, einkommensstarke Rentner die niedrigste Sterblichkeit."

Bildung entscheidender Faktor

Eine der entscheidenden Ursachen ist offenbar die Bildung. "Wenn man weiß, wie man sich zu verhalten hat, ist das ein wichtiges Differenzierungsmerkmal", erklärt ein Forscher, denn daraus folgen gesündere Ernährung, bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt und letztlich höherer Verdienst. Aus gewerkschaftlicher Sicht unterstreicht dieser Zusammenhang eine Kernforderung - die nach gleichen Chancen auf qualitativ hochwertige Bildung über das ganze Leben hinweg.

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