12.06.2013
Rente im Sinkflug

Eine Statistik der Deutschen Rentenversicherung weist offenbar beunruhigende Erkenntnisse aus, die alle politischen Abwiegelungsversuche in Sachen Altersarmut widerlegen: Für immer mehr RentnerInnen reicht die gesetzliche Rente nicht mehr aus, um ohne zusätzliche Hilfe über die Runden zu kommen.

Auch wenn man den Panik-Faktor abzieht, den die "Bild"-Zeitung wie üblich der entsprechenden Meldung hinzufügt, bleiben die Zahlen alarmierend: Im Jahr 2012 sollen demnach der Studie der Rentenversicherung zufolge 48,21 Prozent der Alters- und Erwerbsunfähigkeitsrentner weniger als 700 Euro erhalten haben - die Summe, die als durchschnittliche Grundsicherung im Alter gilt.

Schluss mit der Absenkung

Die Präsidentin des Sozialverbandes VdK, Ulrike Mascher, reagierte am Dienstag in einer Pressemitteilung mit einer klaren Forderung. Damit die Einstiegsrenten nicht weiter schrumpfen, muss nach ihrer Überzeugung die Absenkung des Rentenniveaus von derzeit 51 Prozent auf 43 Prozent bis zum Jahr 2030 gestoppt werden: "Bei 50 Prozent des durchschnittlichen Nettolohns muss Schluss sein."

Politisch motivierte Beschwichtigung

Die Rentenversicherung selbst hingegen manövriert weiter um das überfällige Eingeständnis herum, dass im Kielwasser zunehmender Niedriglöhne in Deutschland eine massive Ausweitung der Altersarmut droht. Sie verweist auf den derzeit noch bei "nur" zwei Prozent liegenden Anteil von AltersrentnerInnen, die auf zusätzliche Grundsicherung im Alter angewiesen sind.

Prekäre Beschäftigung eindämmen

Der VdK allerdings sieht das ganz anders: "Wenn so viele Rentner einen Job ausüben, um ihre Alterseinkünfte aufzubessern, dann ist dies ein klarer Beleg dafür, dass die Altersarmut weiter wächst [...] Wir brauchen regulierende Maßnahmen auf dem Arbeitsmarkt. Wer Altersarmut für künftige Generationen vermeiden will, muss prekäre Beschäftigungsverhältnisse wie Minijobs, Leih- und Zeitarbeit sowie Niedriglohnjobs eindämmen."

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