11.06.2013
Schaeffler plant Verlagerung aus Schweinfurt

Der Automobilzulieferer Schaeffler beabsichtigt, seine Schweinfurter Radlagerproduktion zu schließen und nach Osteuropa zu verlagern. Betriebsrat, Belegschaft und IG Metall stellen sich entschieden gegen die Pläne, die insgesamt bis zu 1.000 Arbeitsplätze bedrohen.

Spontaner Protest mit klarer Ansage.

Information durch den Vorsitzenden des Betriebsrates, Norbert Lenhard, ...

... und Peter Kippes, den ersten Bevollmächtigten der IG Metall Schweinfurt.

Ein Unternehmenssprecher machte die Verlagerungspläne am Dienstag Vormittag am Stammsitz Herzogenaurach bekannt, zuvor waren Betriebsrat und Konzernwirtschaftsausschuss informiert worden. Ein Unternehmenssprecher gab als Begründung an, die Radlagerproduktion sei starkem Kosten- und Wettbewerbsdruck ausgesetzt.

Wut und Enttäuschung

Außer der eigentlichen Produktion von Radlagerprodukten sind auch Vorprodukte der Schmiede, Härterei sowie Umfeld- und Overhead-Funktionen massiv betroffen. Die betroffenen MitarbeiterInnen nahmen die Nachricht am Nachmittag bei einer Mitarbeiterinformation betroffen, wütend und enttäuscht auf und reagierten mit spontanem Protest - sie hatten angesichts äußerst schwankender Auslastung stets extrem flexibel gearbeitet, um den Erfolg der Produktion zu gewährleisten.

Betriebsrat und IG Metall wollen Alternativen

Betriebsrat und Schweinfurter IG Metall erklärten in einer ersten Stellungnahme, die Verlagerung nicht zu akzeptieren. Sie fordern die Überprüfung der zugrundeliegenden wirtschaftlichen Planungen des Unternehmens und ein Alternativkonzept. Dazu wird unter anderem ein externes Beratungsinstitut eingesetzt. Das Ziel: Fortsetzung der Automobilzulieferproduktion in Schweinfurt mit zukunftsfähigen Produkten - einschließlich der Radlager.

Der Betriebsrat wies in diesem Zusammenhang nachdrücklich auf die besondere Verantwortung des Unternehmens für seine Belegschaft hin, die sich auch weiter engagiert und qualifiziert einbringen will. Wird nun trotz der angesichts besonderer Marktherausforderungen bewiesenen Flexibilität die Verlagerung geplant, stellt dies aus seiner Sicht die bisher konstruktive Haltung dazu grundlegend in Frage.

Gegen Abbau, für positive Entwicklung

"Der Betriebsrat wendet sich entschieden gegen den Arbeitsplatzabbau und setzt sich für die Interessen der betroffen Belegschaft ein", betont der Betriebsratsvorsitzende Norbert Lenhard. Peter Kippes, erster Bevollmächtigter der IG Metall Schweinfurt, ergänzt: "Die positive Beschäftigungsentwicklung, die FAG-Schaeffler in Schweinfurt seit der Übernahme 2001 genommen hat, würde jäh zerstört. Das wird die IG Metall nicht hinnehmen!"

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