23.04.2013
Protest gegen Einschnitte bei Siemens

Die unter dem Namen "Siemens 2014" geplanten tiefen Einschnitte bei Bayerns größtem Arbeitgeber stoßen auf nachdrücklichen Widerstand der Arbeitnehmerseite. Nach einem bundesweiten Aktionstag im Februar gingen am Montag erneut hunderte Beschäftigte auf die Straße, um gegen die seit Monaten durch das Unternehmen rollende Spar-, Schließungs- und Verlagerungwelle zu protestieren.

Münchner Siemens-Beschäftigte: Protest ...

... gegen den Kahlschlag.

Gemeinsame Aktion der Münchner Standorte

In München fand zeitgleich zu einer Aktion in Leipzig ein gemeinsamer Protest mehrerer Siemens-Standorte gegen die Einschnitte statt. Die seit Jahren steil sinkende Beschäftigtenzahl in der bayerischen Landeshauptstadt soll im Zuge von "Siemens 2014" erneut stark reduziert werden: nach derzeitigem Stand durch Schließung der Linear Motor Systems-Fertigung in Allach und Abbau von 140 Arbeitsplätzen in der Siemens-Niederlassung, über 200 in Perlach sowie rund 30 in der Hofmannstraße. St.-Martin-Straße und Krauss-Maffei-Straße stehen ebenfalls im Visier der Einsparer, dort sind jedoch noch keine Details bekannt.

"Peter Deleter Löscher"

Mehrere hundert Siemens-Beschäftigte aus ganz München versammelten sich daher im Stadtteil Allach, um gegen diese Pläne öffentlich Druck zu machen. Ihre Wut führte unter anderem zu einem neuen Spitznamen für ihren Vorstandsvorsitzenden, den dieser wohl nicht gern hören wird - "Peter Deleter Löscher" war auf einem Transparent zu lesen. Etwas sachlicher, aber ebenso scharf im Ton kritisierten Martin Kimmich, 2. Münchner IG Metall-Bevollmächtigter, die Vorsitzenden mehrerer Betriebsräte und Landtagsmitglied Florian Ritter (SPD) die rigorosen Sparmaßnahmen. Horst Lischka, 1. Bevollmächtigter der IG Metall München, hatte bereits zuvor gemahnt: "Personalabbau und Standortverlagerungen sind keine innovative Antwort. Die IG Metall und die Beschäftigten haben da eine bessere Idee: Vorankommen, indem man die Zukunft gestaltet - mit Menschen, Investitionen, Innovationen und Visionen!"

Siemens 2020: Ohne Menschen keine Marge

Auf dieser Idee sowie einer wirtschaftlich fundierten Unternehmensanalyse des Stuttgarter IMU-Insitutes basiert auch "Siemens 2020", der Gegenentwurf von IG Metall und Betriebsräten zum vor allem an der Rendite orientierten "Kosteneffizienzprogramm". Als transparenter und beteiligungsorientierter Prozess wird dieser Gegenentwurf derzeit auf vielen Ebenen diskutiert und weiterentwickelt, darunter regionale Siemens-Konferenzen der IG Metall-Bezirke; in Bayern findet diese Konferenz am 25. April in Nürnberg statt.

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