19.04.2013
Arbeitgeber steuern mit ihrem Angebot Konfliktkurs

(Pressedienst Nr. 10 / 2013: 2. Tarifverhandlung für die bayerische Metall- und Elektroindustrie) „Das heutige Angebot der Arbeitgeber ist für die IG Metall Bayern nicht diskussionswürdig, sondern es fordert eher den Konflikt heraus“, lautete die zusammenfassende Bewertung von Jürgen Wechsler, dem Bezirksleiter der IG Metall Bayern.

Der Verband der bayerischen Metall- und Elektroindustrie (vbm) hat in der 2. Tarifverhandlung am 19. April in München für die 770.000 Beschäftigten zwei Nullmonate und eine Erhöhung der Entgelte um 2,3 Prozent ab Juli für 11 Monate angeboten.

Wechsler argumentierte: „Die angebotene Entgelterhöhung würde die Beschäftigten nicht angemessen an der Wohlstandsentwicklung beteiligen – präzise kalkuliert bedeutet das Angebot auf Grund der Nullmonate gerade mal ein Plus von 1,9 Prozent.“ Damit würden die Reallöhne der Beschäftigten gesenkt und von der wirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt.

Für Wechsler schaut verantwortungsvolle Tarifpolitik anders aus. Sie muss die Beschäftigten fair und angemessen an der wirtschaftlichen Fortentwicklung beteiligen. Das Angebot wird den Beschäftigten und dem von ihnen erwirtschafteten Wachstum und Produktivitätssteigerung nicht gerecht.

Wechsler: „Statt Impulse für mehr Nachfrage zu setzen, gefährdet dieses Angebot Beschäftigung und Investitionen.“ Es bleibt eine tiefe Kluft zwischen diesem Angebot und der Forderung der IG Metall. „Während die Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie über 50 Milliarden Profite in der laufenden Bilanzperiode ausweisen“, stellt Wechsler fest, „sollen die 3,7 Millionen Beschäftigten der Branche keinen realen Lohnzuwachs haben.“

Nach Auffassung von Wechsler tragen nun die Arbeitgeber die Verantwortung, wenn ab 2. Mai die Beschäftigten in oder mehr noch vor den Betrieben den Arbeitgebern ihre Meinung über das Angebot zeigen werden.

Die Friedenspflicht in der Metall- und Elektroindustrie endet mit dem 30. April. Somit kann ab 2. Mai zu Warnstreiks aufgerufen werden. Die nächste Verhandlung ist für den 8. Mai 2013 in Nürnberg vorgesehen.

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