26.03.2013
Arbeitskostenstatistik: Hinschauen lohnt sich

Die Meldung des statistischen Bundesamtes dürfte Wasser auf die Mühle von Arbeitgebern sein, die sich derzeit in einer Tarifrunde befinden: Knapp ein Drittel über dem EU-Durchschnitt lag Deutschland demnach letztes Jahr in dieser Hinsicht. Wie so oft bei Statistiken lohnt es sich allerdings, genau hinzusehen.

Arbeitsstunde in der Privatwirtschaft 2012.

Ächzen unter den Arbeitskosten?

Zeitlich passend zur während etlicher Tarifrunden ohnehin angeheizten Diskussion über Entgelt und Wettbewerbsfähigkeit überschrieben die Statistiker am Dienstag ihre Pressemitteilung: "Arbeitskosten in Deutschland 2012 um 32 % höher als im EU-Durchschnitt". In den ersten Medienmeldungen führte das, wie kaum anders zu erwarten, prompt zu Umformulierungen wie "Deutschland ein Drittel teurer".

Mitnichten!

Beim näheren Hinsehen allerdings relativiert sich die Nachricht rapide, was auch das Bundesamt keineswegs zu verschleiern versucht: Zum einen landet Deutschland trotz der 32 Prozent bei den Arbeitskosten nur auf dem achten Platz in der EU; zum anderen sind Beitrittsstaaten wie Rumänien und Bulgarien eingerechnet, wo eine Arbeitsstunde als Schlusslicht gerade einmal mit 3 Euro 70 zu Buche schlägt. Zum Vergleich: In Deutschland sind es 31, bei Spitzenreiter Schweden fast 42 Euro. Zu guter Letzt lässt die Statistik obendrein einen entscheidenden Aspekt völlig außer Acht: Die Produktivität.

 

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